Pistorius schlägt zu: Bundeswehr bekommt über 2000 „Raubkatzen“ - Mercedes involviert
Die Ampel-Regierung bestellt für die Bundeswehr mehr als 2000 Spezialfahrzeuge. Neben Rheinmetall ist der deutsche Autobauer Mercedes-Benz beteiligt.
München/Düsseldorf - Die Bundeswehr bekommt die nächste Großbestellung aus dem 100 Milliarden Euro schweren Sondervermögen. Und diesmal hat die Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP auch in Deutschland bestellt. Etwa 60 Transport-Hubschrauber „Chinook“ sollten hingegen (mit Verzögerung) aus den USA geliefert werden.
„Caracal“ für die Bundeswehr: Ampel-Regierung investiert weiter in deutsche Streitkräfte
Die Bundeswehr hat in Kooperation mit den niederländischen Streitkräften 3.058 Militär-Fahrzeuge vom Typ „Caracal“ geordert, wie der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall bereits vergangene Woche mitteilte. Nach Unternehmensangaben geben die beiden Nato-Mitglieder dafür zusammen 1,9 Milliarden Euro aus.
Der deutsche Anteil an der Summe kommt laut übereinstimmenden Medienberichten aus dem Sondervermögen, das Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) im Frühjahr 2022 nach Beginn des Ukraine-Kriegs auf den Weg gebracht hatte. Auch der deutsche Autobauer Mercedes-Benz ist in den Deal involviert: Rheinmetall fertigt den militärischen Geländewagen auf Basis der Mercedes G-Klasse.

Von der genannten Stückzahl gehen 2054 „Caracal“-Fahrzeuge an die Bundeswehr und 1004 an die niederländische Armee, die im transatlantischen Verteidigungsbündniss Nato eng mit den deutschen Streitkräften zusammenarbeitet - zum Beispiel auch bei der Panzerhaubitze 2000. Immer wieder kommt es zu bilateralen Bestellungen.
Sondervermögen: Boris Pistorius treibt Modernisierung der Bundeswehr voran
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) treibt die Nachrüstung und Modernisierung somit weiter unter Hochdruck voran. Mitte Mai war der geplante Kauf von 50 weiteren Schützenpanzern „Puma“ für das Heer publik geworden, schon im März, dass die Truppe 100 neue Radpanzer „Boxer“ erhält.

Der „Caracal“ wurde - typisch für die deutsche Rüstungsindustrie - nach einer Raubkatze benannt, und zwar nach dem Karakal, der dem Luchs ähnelt und in weiten Teilen Afrikas sowie stellenweise auf der Arabischen Halbinsel verbreitet ist.
„Caracal“ für die Bundeswehr: Geländefahrzeug auf Basis der Mercedes G-Klasse
Das 4×4-Allradfahrzeug „Caracal“ ist laut Rheinmetall indes „speziell auf die Anforderungen an mobile Plattformen für Luftlande- oder Spezialeinsatzverbände der Streitkräfte zugeschnitten“. Bei der Bundeswehr könnte das Fahrzeug beispielsweise beim Kommando Spezialkräfte (KSK) zum Einsatz kommen. Die Serienauslieferung ist für 2025 geplant, wie das rheinische Rüstungsunternehmen mitteilte.
Der 4,9 Tonnen schwere „Caracal“ kommt mit 249 PS auf eine Höchstgeschwindigkeit von 136 km/h. Hubschrauber wie der „Chinook“ können ihn zum Einsatzort transportieren. Als Bewaffnung dienen eine auf der Karosserie montierte Maschinenkanone sowie eine integrierte Panzerabwehrlenkwaffe „Spike“.
Derweil baut Rheinmetall in der Ukraine eine Panzerfabrik. Der Kreml gibt den Neubau zum Abschuss frei. (pm)



