Jüngste Spitzel-Affäre

Berliner CIA-Chef reist noch diese Woche aus

Berlin - Bis Ende dieser Woche wird der oberste Repräsentant der US-Geheimdienste Deutschland verlassen. Die Ausreise des Mannes ist laut Medienberichten nur noch eine Frage von Tagen.

Der oberste Repräsentant der US-amerikanischen Geheimdienste in Berlin wird der „Bild“-Zeitung zufolge bis Ende dieser Woche Deutschland verlassen. Das berichtet die Zeitung (Mittwoch) unter Berufung auf Sicherheitskreise. Demnach sei die Ausreise des Mannes nur noch eine Frage von Tagen.

Nach Angaben der Zeitung habe das Auswärtige Amt den Druck auf den Geheimdienstler zuletzt mit einer informellen Anfrage an die US-Botschaft erhöht. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes wollte den Bericht am Dienstag zunächst weder bestätigen noch dementieren.

Am Donnerstag vergangener Woche hatte die Bundesregierung den Geheimdienstvertreter aufgefordert, Deutschland zu verlassen. Begründet wurde der drastische Schritt mit den Ermittlungen gegen zwei mutmaßliche US-Spione beim Bundesnachrichtendienst (BND) und im Verteidigungsministerium sowie den umfangreichen Spähaktionen des US-Dienstes NSA, die vor einem Jahr bekanntgeworden waren.

Opposition befürchtet weitere US-Spitzel in Regierungsreihen

Oppositionspolitiker befürchten derweil, dass es in den Reihen der Bundesregierung weitere Spitzel der US-Geheimdienste geben könnte. Nach einer Sondersitzung des Bundestags-Innenausschusses am Dienstag sagten Abgeordnete von Linken und Grünen, sie hätten dazu von Regierung und Geheimdiensten keine Bestätigung, aber auch kein Dementi gehört.

„Meine Arbeitsthese ist erst mal: Es gibt noch mehr“, sagte der Grünen-Innenpolitiker Konstantin von Notz. Laut einem Medienbericht soll es neben den mutmaßlichen US-Spionagefällen beim Bundesnachrichtendienst (BND) und im Verteidigungsministerium mehr als ein Dutzend weitere US-Quellen in der Bundesregierung geben.

dpa

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