+
Die Polizei bewacht am 07.04.2015 nach dem Brandanschlag das fast fertige Flüchtlingsheim in Tröglitz (Sachsen-Anhalt).

Studie

Ausländerfeindlichkeit im Osten und Bayern am höchsten

Berlin - Ausländer- und Fremdenfeindlichkeit in Deutschland sind laut einer Leipziger Untersuchung in den Ost-Bundesländern und in Bayern am stärksten vertreten.

Am meisten Zustimmung zu ausländerfeindlichen Aussagen gibt es demnach in Sachsen-Anhalt (42 Prozent). Es folgen Bayern, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Brandenburg, wo jeweils etwa 30 Prozent der Menschen derartige Thesen unterstützten. Aber auch in Sachsen und Schleswig-Holstein ist es jeder vierte Befragte und in Niedersachsen, Hessen und Berlin mehr als jeder Fünfte. Der Mittelwert der Zustimmungsrate liegt bei 24,3 Prozent.

Das ist das Ergebnis einer regionalen Auswertung von Leipziger Forschern, die sich auf regelmäßige Studien der vergangenen zwölf Jahre zu Einstellungen in der Gesellschaft bezieht. Die „Süddeutsche Zeitung“ hatte darüber am Wochenende im Zusammenhang mit dem Brandanschlag von Tröglitz berichtet.

Das Fazit der Forscher: Fremdenhass und Übergriffe sind kein rein ostdeutsches Phänomen und erst recht keines, das auf Sachsen-Anhalt begrenzt wäre. Allerdings sind die Probleme mit Rechtsextremismus und ausländerfeindlichen Einstellungen nach Ansicht der Experten in Ostdeutschland weiter verbreitet als in anderen Teilen.

Erklärt wird das meist damit, dass in Ostdeutschland viel weniger Ausländer leben. Die Akzeptanz steigt meist mit einer höheren Ausländerquote in der Bevölkerung. Eine Ausnahme ist Bayern, wo viele Ausländer leben und es trotzdem viel Ablehnung gibt.

In der Studie wurden seit 2002 Einstellungen wie Ausländerfeindlichkeit, Antisemitismus, Verharmlosung des Nationalsozialismus, Befürwortung einer Diktatur und Sozialdarwinismus untersucht. Die Unterschiede in den einzelnen Bundesländern sind zum Teil recht groß. Ein klares Ost-West-Schema gibt es aber nur bei der Ausländerfeindlichkeit.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Trump setzt Feldzug gegen Medien fort
Washington - Kritik kann Donald Trump nicht gut ab. Medien, die ihm nicht nach dem Mund reden, überzieht er deshalb mit immer schärferen Angriffen. Und auf ein Dinner …
Trump setzt Feldzug gegen Medien fort
Merkel schaltet in Wahlkampfmodus
Berlin - SPD-Hoffnungsträger Schulz hat den bisherigen Koalitionspartner aufgeschreckt. Jetzt heißt es für die CDU, Kontra geben. Korrekturen an den Arbeitsmarktreformen …
Merkel schaltet in Wahlkampfmodus
Merkel kritisiert Agenda-Pläne von Schulz
Stralsund - In Teilen der Union herrscht Unmut über Merkels bislang verhaltene Reaktion auf das Erstarken der SPD. Nun geht die Kanzlerin erstmals auf Konfrontation zu …
Merkel kritisiert Agenda-Pläne von Schulz
Tausende Russen demonstrieren im Gedenken an ermordeten Nemzow
Moskau - Russlands Opposition ist zersplittert, doch im Gedenken an den erschossenen Putin-Kritiker Nemzow vereint. Eine Kundgebung bringt in Moskau Tausende Menschen …
Tausende Russen demonstrieren im Gedenken an ermordeten Nemzow

Kommentare