+
Vor der saudi-arabischen Botschaft in Teheran kam es zu Massenprotesten. Foto: Abedin Taherkenareh

Ausschreitungen vor saudi-arabischer Botschaft in Teheran

Teheran (dpa) – Bei einer Protestdemonstration vor der saudi-arabischen Botschaft in Teheran ist es am Samstag zu Ausschreitungen zwischen den Demonstranten und der Polizei gekommen.

Hunderte von hauptsächlich iranischen Studenten wollten die Botschaft attackieren und die saudische Nationalflagge entfernen. Sie verlangten eine Schließung der Botschaft und riefen "Raus aus unserem Land". Dabei kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei.

Hintergrund der Proteste ist ein Zwischenfall am Flughafen der saudischen Hafenstadt Dschidda. Zwei junge iranische Pilger waren dort in der vergangenen Woche bei einer Körperkontrolle von zwei saudischen Sicherheitsbeamten angeblich sexuell belästigt worden. Die saudischen Behörden haben die beiden Beamten zwar vernommen, ob sie bestraft wurden, ist aber unklar. Im Iran steht nach islamischen Vorschriften auf sexuellen Missbrauch von Jugendlichen die Todesstrafe. Dies war auch die Forderung der Demonstranten vor der Botschaft.

Der Iran und Saudi-Arabien stecken auch wegen des Jemen-Konflikts in einer diplomatischen Krise. Der Iran hat die Angriffe der von Saudi-Arabien geführten Koalition gegen die Huthi-Rebellen im Jemen scharf verurteilt und eine sofortige Waffenruhe gefordert. Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei hat den Saudis sogar Völkermord vorgeworfen. Der iranische Präsident Hassan Ruhani warnte die Führer des Landes vor dem gleichen Schicksal wie Iraks Diktator Saddam Hussein, der gestürzt und später hingerichtet worden war.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Gabriel: "Dann wird sich der Abstieg der Sozialdemokraten fortsetzen"
Der frühere SPD-Parteichef Sigmar Gabriel wünscht sich wieder mehr "rot" bei den Sozialdemokraten. Für Gabriel geht es um nicht weniger als die Existenz der gesamten …
Gabriel: "Dann wird sich der Abstieg der Sozialdemokraten fortsetzen"
Seehofer als CSU-Vorsitzender bestätigt - mit seinem mit Abstand schlechtesten Ergebnis
Horst Seehofer ist als Parteivorsitzender wiedergewählt worden, auch sonst war und ist Spektakel garantiert: Alles zum CSU-Parteitag im News-Ticker.
Seehofer als CSU-Vorsitzender bestätigt - mit seinem mit Abstand schlechtesten Ergebnis
Seehofer mit 83,7 Prozent als CSU-Chef wiedergewählt
Die CSU hat gesprochen: Zumindest im Amt des Parteichefs darf Horst Seehofer weitermachen. Trotzdem bricht eine neue Ära an.
Seehofer mit 83,7 Prozent als CSU-Chef wiedergewählt
SPD-Vize Gümbel über GroKo: „Ein Weiterso wird es nicht geben“
SPD und Union ringen um eine neue Bundesregierung. GroKo ja oder nein? Ist „KoKo“ vom Tisch? Immerhin hat sich die SPD nun geeinigt, sondierungen aufzunehmen. Alle News …
SPD-Vize Gümbel über GroKo: „Ein Weiterso wird es nicht geben“

Kommentare