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Sigmar Gabriel: "Wer dieser US-Politik nicht entgegentritt, macht sich mitschuldig". Foto: Michael Kappeler/Archiv

Reaktion auf G7-Gipfel

Außenminister Gabriel fordert Widerstand gegen Trump

Die Kanzlerin ist vorweg gegangen, die SPD zieht nach. Europa muss sich Trump in den Weg stellen, fordern die Genossen. Doch es gibt in der aufgeheizten Debatte nach dem G7-Jammer von Sizilien auch Stimmen, die zur Vorsicht raten.

Berlin (dpa) - Führende SPD-Politiker rufen zum Widerstand Europas gegen die Politik von US-Präsident Donald Trump auf. "Wer dieser US-Politik nicht entgegentritt, macht sich mitschuldig", sagte Außenminister Sigmar Gabriel der "Rheinischen Post".

Mit Blick auf den Trump-Kurs ergänzte er: "Wer den Klimawandel durch weniger Umweltschutz beschleunigt, wer mehr Waffen in Krisengebiete verkauft und wer religiöse Konflikte nicht politisch lösen möchte, der bringt den Frieden in Europa in Gefahr." Die kurzsichtige Politik der amerikanischen Regierung stehe gegen die Interessen der Europäischen Union.

Der SPD-Vorsitzende Martin Schulz sagte, es sei "das Gebot der Stunde, sich diesem Mann mit allem, was wir vertreten, in den Weg zu stellen". Europa sei der beste Schutz für die Demokratie, für die Wirtschaft und den sozialen Zusammenhalt, so Schulz am Montagabend bei einer SPD-Veranstaltung in Berlin.

Dagegen warnte FDP-Chef Christian Lindner nach dem weitgehend gescheiterten G7-Gipfel davor, den Dialog mit den USA zu vernachlässigen. "Aus Irritation darf keine dauerhafte Entfremdung werden", sagte er am Montagabend während einer Veranstaltung der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung in Berlin. "Der Dialog muss gerade dann, wenn es große Meinungsunterschiede gibt, besonders intensiv geführt werden."

Zuvor war Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nach dem G7-Gipfel in Taormina, bei dem Trump die Partner brüskiert hatte, auf Distanz zu den USA gegangen. "Die Zeiten, in denen wir uns auf andere völlig verlassen konnten, die sind ein Stück vorbei", sagte sie.

Der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen rief die Europäer ebenfalls zu mehr Eigenständigkeit auf. "Donald Trump hat durch seine Äußerungen, seine Nichtaussagen und sein Verhalten die Grundlagen der transatlantischen Gemeinschaft in Frage gestellt", sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Zugleich mahnte er: "Wir sollten nicht den Fehler machen, Trump mit den USA zu verwechseln. Er ist der gegenwärtige Präsident, aber nicht die USA."

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Oppermann setzt auf einen Schulterschluss zwischen Berlin und Paris: "Wir müssen schnell eine gemeinsame Initiative von Deutschland und Frankreich für einen Neustart von Europa starten. Deutschland hat mit Frankreichs neuem Präsidenten Emmanuel Macron einen großen Verbündeten für ein neues Europa", sagte er der "Passauer Neuen Presse".

Der Vorsitzende der Linksfraktion, Dietmar Bartsch, forderte in der "Nordwest-Zeitung" eine Neuordnung der internationalen Beziehungen: "Es ist lange überfällig, eine eigenständige Politik gegenüber der Administration von Donald Trump durchzusetzen. Das G7-Format ist endgültig gescheitert."

Der Deutsche Industrie-und Handelskammertag (DIHK) warnte vor überzogenen Reaktionen und verwies auf die engen wirtschaftlichen Verbindungen: "Die USA sind unser größter Exportkunde. Wir kaufen und verkaufen für mehr als 150 Milliarden Euro pro Jahr Produkte und Dienstleistungen im US-Geschäft", sagte DIHK-Präsident Eric Schweitzer der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

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