USA, Washington D.C.: Eine amerikanische Flagge weht vor dem Besucherzentrum des Weißen Hauses
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Die Außenpolitik der USA ist seit dem Ende des Kalten Krieges vom Kampf gegen den internationalen islamistischen Terror in Asien und Afrika geprägt.

Zwischen Weltpolizei und Isolation

Außenpolitik der USA: Wichtige Entwicklungen nach dem Kalten Krieg

Die Außenpolitik der USA wird seit dem Ende des Kalten Krieges vom Kampf gegen den Terrorismus geprägt. Die letzte verbliebene Supermacht ist gemeinsam mit ihren Verbündeten in zahlreichen Ländern in Konflikte verwickelt.

  • Die Außenpolitik der USA ist von internationaler Einmischung geprägt.
  • Seit dem Zerfall der Sowjetunion ist die USA die einzige verbliebene Supermacht.
  • Die meisten Kriege finden heute im Mittleren Osten und in Afrika statt.

Washington, D.C. – Die geografische Lage führte dazu, dass sich die Außenpolitik der USA lange Zeit auf den amerikanischen Kontinent, insbesondere auf Südamerika, konzentrierte. Außer einem kurzen Einsatz amerikanischer Truppen im Ersten Weltkrieg hielt sich das Land von anderen Kontinenten fern. Dies änderte sich erst mit dem Angriff auf Pearl Harbor durch die Japaner im Jahre 1941. Seit dem Zweiten Weltkrieg sind die USA in zahlreiche Kriege weltweit verwickelt.

Die Außenpolitik der USA seit dem Umsturz in der Sowjetunion

Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1989 endete der Jahrzehnte andauernde Kalte Krieg. Für die USA brach damit eine Phase neuer militärischer Engagements vor allem im Mittleren Osten an. Mit der Invasion Kuwaits durch den Irak begann 1990 der Zweite Golfkrieg. Zwar wurde das Emirat Kuwait befreit, doch der irakische Diktator Saddam Hussein blieb weiterhin an der Macht.

Präsident Bill Clinton, der 1992 ins Amt gewählt wurde, setzte in der Außenpolitik zwar einerseits auf Entspannung und internationale Abkommen, verwickelte das US-Militär jedoch auch in mehrere Kriege:

  • 1992 – 1995: Somalia
  • 1992 – 1995: Bosnien
  • 1994 – 1995: Haiti
  • 1998 – 1999: Kosovo
  • 1998: Sudan und Afghanistan (Angriffe auf islamistische Terrorgruppen)

Als einer der größten Erfolge der Außenpolitik der USA gilt die Unterzeichnung des sogenannten Dayton-Abkommens, das 1995 den Krieg in Bosnien-Herzegowina beendete.

Bill Clinton erklärte nach seiner Amtszeit, dass er den Verzicht auf ein Eingreifen beim Völkermord in Ruanda 1994 als sein schwerstes Versäumnis empfand.

Außenpolitik der USA: 9/11 als Wendepunkt

Die Terroranschläge vom 11. September 2001, die in den USA meist zu 9/11 abgekürzt werden, führten zu einem Wandel in der Außenpolitik. Präsident George W. Bush rief den „War on Terrorism“ aus, den Krieg gegen den internationalen Terrorismus. Die meisten Kriegsschauplätze befanden sich seither in Asien und Afrika. Angriffsziele waren Terrororganisationen wie die Taliban, al-Qaida und Isis.

  • Operation Enduring Freedom in Afghanistan (seit 2001)
  • Operation Iraqi Freedom / New Dawn im Irak (2003 - 2011)
  • Operation Enduring Freedom am Horn von Afrika (Somalia/Djibouti seit 2002)
  • Operation Enduring Freedom – Trans Sahara in Nord-Mali (seit 2012)

Zudem unterstützte die US Army andere Länder im Kampf gegen islamistische Terrorgruppen wie Abu Sayyaf und Jemaah Islamiyah auf den Philippinen sowie Isis in Libyen, Kamerun und im Jemen. In Libyen führten die NATO-Truppen zwar den Umsturz der Regierung Gaddafi herbei, doch das Land befindet sich seitdem im Bürgerkrieg.

Außenpolitik der USA: Der Drohnenkrieg

Nicht immer führen die USA und ihre Verbündeten offene Kriege. Seit 2004 finden regelmäßige Drohnenangriffe in den Stammesgebieten im Norden Pakistans statt. Diese gelten als Rückzugsgebiet terroristischer Organisationen wie Isis. Bei den Angriffen mit unbemannten ferngesteuerten Drohnen sollen Terrorverdächtige gezielt getötet werden. Präsident Barack Obama gab die Existenz der Drohnenangriffe erst 2012 öffentlich zu.

Die Außenpolitik der USA in Südamerika

Die USA betrachteten Lateinamerika seit Langem als ihren „Hinterhof“. Nach Jahrzehnten der militärischen Interventionen kooperieren Nord- und Südamerika heute im Rahmen zahlreicher wirtschaftlicher Abkommen. Spannungen gibt es jedoch immer wieder mit linksgerichteten Regierungen wie in Venezuela und Bolivien.

Die Außenpolitik der USA heute

Präsident Donald Trump konnte die Wahlen 2016 nicht zuletzt mit dem Versprechen einer Wende in der Außenpolitik gewinnen. Er versprach 2019, dass die USA nicht länger als Weltpolizist aktiv sein und sinnlose Kriege führen würde. Ein militärisches Eingreifen in anderen Ländern sollte es nur noch geben, wenn nationale Interessen auf dem Spiel stünden.

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