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Die Emission von Treibhausgasen soll deutlich reduziert werden, um den fortschreitenden Klimawandel abzuschwächen. Das erweist sich nach wie vor als große Herausforderung. 

Auf 905 Millionen Tonnen

Ausstoß von Treibhausgasen 2017 leicht gesunken

Greenpeace kritisiert Bundeskanzlerin Angela Merkel:  "Sie hat viel versprochen, gehalten hat sie kaum etwas." Das Umweltbundesamt fordert weniger Autos auf den Straßen. 

Berlin - In Deutschland sind im vergangenen Jahr rund 905 Millionen Tonnen Treibhausgase freigesetzt worden - knapp fünf Millionen Tonnen weniger als 2016. Wie das Bundesumweltministerium am Dienstag mitteilte, gingen die Emissionen im Energiebereich einer Prognose des Umweltbundesamtes (UBA) zufolge deutlich zurück. Im Verkehrssektor sowie in der Industrie stiegen sie hingegen an.

Daher seien "zusätzliche Maßnahmen nötig, um Deutschland wieder auf Kurs in Richtung der Klimaziele zu bringen", erklärte das Ministerium. Gegenüber 1990 habe Deutschland seine Emissionen bis zum Jahr 2017 um 27,7 Prozent gesenkt. Für 2020 gab es ein Klimaziel von 40 Prozent, das allerdings im aktuellen Koalitionsvertrag nicht mehr vorkommt. Bis 2030 müssten die Emissionen um mindestens 55 Prozent gesenkt werden.

Schulze fordert „grundlegende Verkehrswende“

Die Klimabilanz zeige ein "gemischtes Bild", erklärte Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD). Beim Ausbau der erneuerbaren Energien sei bereits "viel erreicht" worden. Für Klimaschutz und saubere Luft müsse nun eine "grundlegende Verkehrswende" ein Schwerpunkt dieser Legislaturperiode werden.

Die Umweltorganisation Greenpeace ging hart mit der Bundesregierung ins Gericht: Die Zahlen des Umweltbundesamtes seien "eine bittere Bilanz" der Klimapolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), erklärte Greenpeace-Klimaexperte Carsten Smid. "Sie hat viel versprochen, gehalten hat sie kaum etwas."

Das Bundesumweltministerium wies darauf hin, dass es sich bei den Zahlen um Schätzungen handelt, die sich aus Modellrechnungen und einer Trendfortschreibung der Berechnungen für 2016 ergibt. Die vollständigen Daten werden erst im Januar 2019 veröffentlicht.

Steinkohlekraftwerke stillgelegt 

Den deutlichsten Rückgang gab es 2017 demnach in der Energiewirtschaft: Hier sanken die Emissionen um 13,7 Millionen Tonnen (minus 4,1 Prozent). Hauptgrund dafür ist, dass infolge der hohen Windkrafteinspeisung weniger Steinkohle zur Stromgewinnung verfeuert wurde.

Steinkohlekraftwerke mit einer Kapazität von insgesamt mehr als drei Gigawatt wurden im Jahresverlauf stillgelegt oder in die Netzreserve überführt, ebenso zwei Braunkohlekraftwerke. In der Netzreserve erhalten die Energiekonzerne Geld dafür, dass sie die Kraftwerke betriebsbereit halten.

Im Verkehrssektor stiegen die Emissionen um 3,8 Millionen Tonnen auf 170,6 Millionen Tonnen (plus 2,3 Prozent) an. Ein Grund ist laut UBA, dass vergangenes Jahr 1,5 Prozent mehr Autos und vier Prozent mehr Lkw hinzukamen. Das Argument, dass ein schrumpfender Anteil von vergleichsweise emissionsarmen Dieselautos für den Anstieg verantwortlich sei, lässt das UBA nicht gelten. Dies habe 2017 nur ein Plus von maximal 0,2 Millionen Tonnen verursacht.

„Weniger und sparsamere Fahrzeuge“

UBA-Präsidentin Maria Krautzberger erklärte: "Es ist falsch, dass wir nur mit dem Diesel unsere Klimaziele erreichen können." Nötig seien generell weniger und sparsamere Fahrzeuge.

In der Industrie stiegen die Emissionen aufgrund der guten Konjunktur um 2,5 Prozent auf 192,9 Millionen Tonnen. In der Landwirtschaft stagnierten die Emissionen, im Abfallsektor gingen sie um 4,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück.

Stefan Kapferer, Vorsitzender der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), forderte, den Handel mit Emissionszertifikaten auf die Bereiche Verkehr, Landwirtschaft und Wärmemarkt auszudehnen. Dadurch müssten die dortigen Emittenten ebenfalls für ihren Klimagas-Ausstoß zahlen.

AFP

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