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Die Wähler bestimmen 150 Abgeordnete des Unterhauses und 76 Senatoren für die zweite Parlamentskammer. 

Jetzt geht's um die Briefwahlstimmen

Kein klarer Sieger bei Parlamentswahl in Australien

Canberra - Die Opposition jubelt, die bisherige Regierungskoalition aber auch. Angesichts des knappen Wahlergebnisses in Australien können sich beide zunächst als Gewinner fühlen.

Die Parlamentswahlen in Australien sind zunächst ohne klaren Sieger geblieben. Die konservative Regierungskoalition verlor überraschend viele Sitze, die linke Labor-Opposition legte zu. Zunächst reichte es aber keiner Seite zum Sieg. Ein Endergebnis lässt womöglich noch Tage auf sich warten. So könnte es bis Dienstag dauern, bis die Briefwahlstimmen ausgezählt sind, wie Regierungschef Malcolm Turnbull nach einem Gespräch mit Vertretern der Wahlkommission sagte.

Die Koalition kam nach jüngsten Hochrechnungen auf 72 Sitze, Labor auf 66. In sechs Wahlkreisen war das Ergebnis noch völlig unklar, die anderen gingen an kleine Parteien.

Insgesamt gibt es 150 Mandate. Für eine Mehrheit sind 76 nötig.

Beim letzten Wahlgang 2013 hatte die Koalition noch 90 Sitze geholt, Labor unter Oppositionsführer Bill Shorten 55.

Turnbull gab sich siegessicher und stellte in Aussicht, eine Koalitionsregierung zu bilden. "Wir haben allen Grund zu der Annahme, dass wir die Mehrheit schaffen und die nächste Regierung stellen", sagte der 61-Jährige in der Nacht zu Sonntag (Ortszeit) - Stunden, nachdem das Ergebnis hätte vorliegen sollen. Für den Verlust von bis zu 18 Sitzen habe die Labor-Partei mit "Wählerbetrug" gesorgt, meinte er. Sie habe die Lüge verbreitet, seine Regierung wolle den Gesundheitsdienst privatisieren.

Shorten (49) trat nach mindestens elf Sitz-Gewinnen wie ein Sieger auf, obwohl seine Partei kaum eine Chance auf die Regierungsbildung hatte. "Labor ist zurück!" jubelte er vor Anhängern. Die Wähler hätten das Programm von Turnbull verschmäht.

Nach wochenlangem Kopf-an-Kopf-Rennen hatte die Koalition in letzten Umfragen noch leichte Zuwächse verzeichnet. Politologen erklärten das mit dem Brexit-Votum in Großbritannien. In unsicheren Zeiten hätten die Konservativen Vorteile, weil sie traditionell als Partei gelten, die die Wirtschaft gut steuert.

Turnbull hatte im Wahlkampf mehr Wachstum und Arbeitsplätze versprochen, Shorten mehr Ausgaben für Bildung und Gesundheit. Ein Thema, das viele Wähler bewegt, kam im Wahlkampf kaum zur Sprache: der Klimawandel. Die Konservativen wollen die wichtige Kohleindustrie nicht mit Auflagen zur Reduzierung der Emissionen belasten, Labor will die mehr als 50 000 Arbeitsplätze in der Industrie nicht gefährden.

dpa

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