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Ausweitung der Aufnahme schutzbedürftiger Flüchtlinge: Viele EU-Staaten wollen mehr Flüchtlinge neuansiedeln

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EU-Innenkommissarin Ylva Johansson bei einer Pressekonferenz
Die EU-Innenkommissarin Ylva Johansson verkündet Pläne für eine Neuansiedlung und Ausweitung der Aufnahme von Flüchtlingen © Eurokinissi / dpa

Nach der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan sind viele EU-Staaten dazu bereit, die Aufnahme besonders schutzbedürftiger Flüchtlinge auszuweiten.

Brüssel - Man sei derzeit dabei, Umsiedlungs-Zusagen für das kommende Jahr zu sammeln, sagte EU-Innenkommissarin Ylva Johansson am Donnerstag in Brüssel nach einem Austausch mit Vertretern der EU-Staaten. Viele Teilnehmer hätten schon angekündigt, ihre Zusagen auszuweiten, um mehr Afghanen aufnehmen zu können. Konkrete Zahlen konnte Johansson am Donnerstag nicht nennen. Das sogenannte Resettlement ist die Aufnahme besonders schutzbedürftiger Flüchtlinge, die bereits aus ihrem Heimatland in andere Regionen geflohen sind. UN-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi habe bei der Online-Veranstaltung am Donnerstag geschätzt, dass in den kommenden fünf Jahren 85 000 Afghaninnen und Afghanen umgesiedelt werden müssten, sagte Johansson. Zugleich habe er vorgeschlagen, die EU solle die Hälfte davon übernehmen. Dies sei machbar.

Johansson betonte zugleich, dass auch die Menschen unterstützt werden müssten, die noch in Afghanistan seien. Die Situation in dem Land sei schrecklich. Es gebe das große Risiko einer Hungersnot, einer humanitären Katastrophe, eines kompletten Zusammenbruchs der Wirtschaft. Kurzfristig müssten Menschen deshalb aus dem Land geholt werden. Schon jetzt hätten die EU-Staaten 22 000 Afghanen evakuiert. Die EU-Staaten hätten lange Listen mit weiteren Menschen, die evakuiert werden müssten. Die EU-Staaten hatten nach der Machtübernahme der Taliban Ende August beschlossen, vorerst keine konkreten Zusagen zur Aufnahme von Menschen aus Afghanistan zu machen. So sollten Anreize zur illegalen Migration vermieden werden. Stattdessen solle sichergestellt werden, dass notleidende Menschen in der unmittelbaren Nachbarschaft Afghanistans angemessen Schutz erhalten, hieß es damals. Zugleich einigten sich die Innenminister darauf, das Neuansiedlungsforum vom Donnerstag durchzuführen. (dpa)

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