Gegen Kartellrecht verstoßen

Automobilzulieferer müssen Strafe in Millionenhöhe zahlen

Brüssel - Weil sie gegen das Kartellrecht verstoßen haben, müssen Zulieferer der Automobilindustrie eine Millionenstrafe zahlen. Ermäßigung bekommen sie trotzdem.

Die EU-Kommission hat mehrere Zulieferer der Automobilindustrie wegen Verstößen gegen das Kartellrecht mit Geldbußen von insgesamt 155 Millionen Euro belegt. An den insgesamt vier Kartellen bei der Lieferung von Klimatisierungs- und Motorkühlkomponenten waren die japanischen Unternehmen Calsonich, Denso, Panasonic und Sanden, Valeo aus Frankreich sowie das deutsche Unternehmen Behr beteiligt, wie die Behörde am Mittwoch in Brüssel mitteilte. Behr muss demnach mehr als 62 Millionen Strafe zahlen. 

Den Automobilzulieferern wurde vorgeworfen, "Preise abgesprochen" und "Märkte aufgeteilt" sowie "sensible Informationen ausgetauscht" zu haben. Alle sechs Unternehmen, die Einheiten für Heizung, Lüftung und Klimatechnik, Kompressoren und E-Kompressoren sowie Motorkühlmodulen an Autohersteller lieferten, räumten ihre Beteiligung an den unerlaubten Kartellen der Kommission zufolge ein. Diese einigte sich mit den Zulieferern auf einen Vergleich. Behr hatte sich demnach mit Denso und Valeo beim Verkauf von Klimatechnik an die VW-Gruppe, Daimler und BMW mit den Konkurrenten abgesprochen. Weil das deutsche Unternehmen bei der Aufklärung mitarbeitete, wurde die Strafe jedoch ermäßigt, wie die Kommission ausführte. 

Die Ermittlungen hatte die Behörde im Mai 2012 eingeleitet, das Vergleichsverfahren folgte im Dezember 2015. Das Verfahren ist seit Juni 2008 möglich und setzt voraus, dass die betroffenen Unternehmen ihre Beteiligung an einem Kartell zugeben und die Verantwortung dafür übernehmen. Kommt es zu einem Vergleich, wird die Strafe für die betroffenen Firmen um zehn Prozent verringert. Arbeiten die Unternehmen an der Aufklärung mit, kann die Kommission zusätzliche Ermäßigungen nach der sogenannten Kronzeugenregelung einräumen.

dpa

Rubriklistenbild: ©  dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Asyl-Streit: Bundespolizei-Erlass „ab sofort“ - Umfrage-Tiefschlag für Merkel und Seehofer
Die Asyl-Krise zwischen Angela Merkel und Horst Seehofer spitzt sich zu. Zwei Wochen hat die Kanzlerin nun Zeit, um einen Bruch abzuwenden. Alle Entwicklungen rund um …
Asyl-Streit: Bundespolizei-Erlass „ab sofort“ - Umfrage-Tiefschlag für Merkel und Seehofer
Harmonie-Show: Söder trifft Österreichs Kanzler Kurz - doch es wird heikel
Bayerns Minister reisen nach Österreich. Geplant ist am Mittwoch eine große Harmonie-Demonstration der Nachbarn. Jenseits der Flüchtlingspolitik gibt es aber schwere …
Harmonie-Show: Söder trifft Österreichs Kanzler Kurz - doch es wird heikel
Macron sagt Merkel Unterstützung im Asylstreit zu
Meseberg (dpa) - Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat Kanzlerin Angela Merkel angesichts des Asylstreits mit der CSU Unterstützung für eine europäische Lösung …
Macron sagt Merkel Unterstützung im Asylstreit zu
Angeklagter gesteht Angriff auf Kippa tragenden Israeli
Ein junger Israeli und sein Freund tragen die Kippa, als sie in Berlin unterwegs sind. Dann wird der junge Mann aus Israel mit einem Gürtel geschlagen. Der Angriff löst …
Angeklagter gesteht Angriff auf Kippa tragenden Israeli

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.