Winfried Kretschmann und Thomas Strobl
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Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (r, Bündnis 90/Die Grünen) und und sein Stellvertreter Thomas Strobl (CDU).

SPD in BaWü im Aufschwung

Minus 12 Prozent: Schwarz-Grün im Tiefflug - Kretschmanns Regierung hart abgestraft

  • Andreas Schmid
    VonAndreas Schmid
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Winfried Kretschmann regiert eigentlich weitgehend geräuschlos in Baden-Württemberg. Die Regierung aus Grünen und CDU verliert in einer Umfrage nun aber deutlich.

Stuttgart - Winfried Kretschmann gehört eigentlich zu den beliebtesten Ministerpräsidenten in Deutschland. Der 73-jährige Grünen-Politiker ist seit 2011 Regierungschef von Baden-Württemberg. Länger im Amt sind nur die beiden CDU-Ministerpräsidenten Volker Bouffier (Hessen) und Reiner Haseloff (Sachsen-Anhalt). In einer aktuellen Umfrage zum Stimmungsbild im Südwesten verliert Kretschmanns Partei nun allerdings deutlich.

Baden-Württemberg: Minus 12,6 Prozent - Kretschmann-Regierung verliert in Umfrage

Sieben Monate nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg haben die Grünen sowie auch der Regierungspartner CDU nach einer Umfrage deutlich an Zustimmung verloren. Die Grünen bleiben zwar mit 24 Prozent auf Rang eins, büßen aber 8,6 Prozentpunkte im Vergleich zu ihrem Ergebnis bei der Wahl im März ein, wie eine Insa-Umfrage im Auftrag der Bild-Zeitung ergab. Die CDU, Juniorpartner in der grün-schwarzen Koalition, rutscht demnach weiter ab und landet mit 20 Prozent (minus vier Punkte) nur noch auf Platz drei. Ein Minus von insgesamt 12,6 Prozent für die aktuelle Regierung.

Die SPD, die bei der Bundestagswahl Ende September triumphieren konnte, verbessert sich auch bei der Umfrage für Baden-Württemberg deutlich. Sie kann ihr Resultat auf 21 Prozent fast verdoppeln (plus 10 Punkte) und zieht an der CDU vorbei auf Rang zwei. Die FDP gewinnt ebenfalls deutlich hinzu und schafft demnach 16 Prozent (plus 5,5). Die AfD verliert leicht und kommt auf 9 Prozent. Die Linke, die noch nie im Stuttgarter Landtag vertreten war, kommt auf 3 Prozent.

Baden-Württemberg: Ampel, Jamaika, Deutschland - diese Koalitionen sind aktuell möglich

Die nächste Landtagswahl ist erst für 2026 vorgesehen. Theoretisch würde die grün-schwarze Koalition nach dem Ergebnis der Umfrage ihre parlamentarische Mehrheit verlieren. Auch für Grün-Rot würde es knapp nicht reichen. Möglich wäre eine grün-geführte Ampel-Koalition, die zusammen auf 61 Prozent käme. Das wäre ein Novum. Bisher gibt es eine Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP nur unter sozialdemokratischer Führung - in Rheinland-Pfalz sowie wohl bald auch auf Bundesebene.

Die Grünen könnten aber auch ein Jamaika-Bündnis mit Union und FDP bilden. Denkbar wäre zudem eine sogenannte Deutschland-Koalition aus SPD, CDU und FDP, wobei hier die Sozialdemokraten den Ministerpräsidenten stellen würden. Ob Winfried Kretschmann 2026 abermals kandidiert, ist derweil fraglich. Schon vor der jüngsten Landtagswahl hatte er mit sich gerungen, sich dann aber für einen abermaligen Versuch entschieden. Mit Erfolg - auch, wenn die aktuellen Umfragen weniger positiv für seine Regierung ausfallen. (as/dpa)

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