1. Startseite
  2. Politik

Stadt unter der Stadt: Baerbock schwärmt im Riesen-Bunker – und beginnt plötzlich Kinderspiel

Erstellt:

Von: Hannes Niemeyer

Kommentare

Bei Annalena Baerbocks Besuch in Skandinavien geht es eigentlich um die geplante Nato-Norderweiterung. Bei einem Bunker-Besuch wurde die Außenministerin aber kurz wieder Kind.

Helsinki – Brisanter Besuch für Annalena Baerbock. Die Außenministerin ist nach Skandinavien gereist, besucht dort Schweden und Finnland. Im Vordergrund dabei: Der geplante Nato-Beitritt beider Länder. Sowohl Finnland als auch Schweden warten darauf, dem Bündnis beizutreten. Bisher hat die Türkei als Nato-Mitglied allerdings das Ansinnen blockiert.

Baerbock besucht riesigen Bunker in Finnland – und gerät ins Schwärmen

Schon am Montag forderte Baerbock daher, die Nato-Norderweiterung endlich „ohne weitere Verzögerungen“ durchzuführen. Auch zur aktuellen Debatte, ob die Nato-Länder Kampfjets an die Ukraine liefern sollten, äußerte sie sich klar. Laut der Außenministerin spielt diese Diskussion in Deutschland aktuell keine Rolle.

Beim Finnland-Besuch besichtigte Baerbock nach den politischen Gesprächen die riesigen Bunkeranlagen unter der finnischen Hauptstadt. Dabei geriet die Außenministerin regelrecht ins Schwärmen über die „Stadt unter der Stadt“. „In Sachen Zivilschutz ist Finnland Vorreiter in Europa und Vorbild für uns alle“, sagte sie. Die unterirdischen Anlagen böten 900.000 Menschen Platz – mehr als die Stadt Einwohner hat.

Kuriose Baerbock-Situation in Finnland: Im Bunker beginnt Außenministerin Kinderspiel

Im Bunker selbst ergab sich eine kuriose Situation. Beim Rundgang fielen der Grünen-Politikerin gelbe Markierungen auf dem Boden auf, die sie offenbar an ein beliebtes Schulhof-Spiel für Kinder erinnerten: „Himmel oder Hölle“. Jedenfalls fühlte die 42-Jährige sich dazu bewogen, durch die Kästchen auf dem Boden zu hüpfen. Fotografen hielten den Moment fest.

Annalena Baerbock hüpft im Schulhof-Spiel-Style in einem Bunker in Finnland.
Annalena Baerbock hüpft im Schulhof-Spiel-Style in einem Bunker in Finnland. © Christophe Gateau / dpa

Die Bunker-Frage gewinnt durch den Ukraine-Krieg weiter an Brisanz, auch weil Deutschland im Kriegsfall hier wohl schlecht ausgestattet wäre. In Friedenszeiten werden die von Baerbock in Helsinki besuchten Anlagen unter anderem als Sporthallen genutzt. Baerbock schaute sich Felder für Floorball an, eine Art Hallenhockey. In Finnland gibt es 50.500 Bunker, die fünf Millionen Menschen Schutz bieten. Finnland hat 5,5 Millionen Einwohner. Die Anlagen stammen aus der Zeit des Kalten Krieges, in dem sich Finnland einer besonders starken Bedrohung ausgesetzt sah. Das Land hat eine rund 1340 Kilometer lange Grenze zu Russland.

Auf eben diese lange Grenze verwies Baerbock in einer Antwort auf die Frage, warum Deutschland solche Schutzanlagen nicht habe. Deutschland sei „zum Glück in der Vergangenheit, diesem Risiko, dass wir selber verwundbar sind, nicht in dem Maße ausgesetzt“ gewesen wie andere Länder, sagte sie. Sie betonte aber auch, dass der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine eine Zeitenwende bedeute. „Vorsorge ist gerade in diesen Zeiten der beste Schutz“, sagte sie.

Stichwort Bunker: Die Innenminister der Länder forderten unlängst einen Bunker-Plan für Deutschland. (han/dpa)

Auch interessant

Kommentare