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Die Grünen haben eine ganz schlechte Idee und Baerbock begeht den ersten schweren Fehler ihrer Amtszeit

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Von: Georg Anastasiadis

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Georg Anastasiadis, Chefredakteur des Münchner Merkur, kommentiert die Berufung der Amerikanerin Jennifer Morgan, Chefin von Greenpeace International, zur Staatssekretärin im Auswärtigen Amt von Annalena Baerbock (Grüne).
Georg Anastasiadis, Chefredakteur des Münchner Merkur, kommentiert die Berufung von Jennifer Morgan, der amerikanischen Chefin von Greenpeace International, zur Staatssekretärin im Auswärtigen Amt von Annalena Baerbock (Grüne). © John Macdougall/AFP/Marcus Schlaf

Eine ausländische Aktivistin soll künftig deutsche Klimapolitik gestalten. Mit der Berufung der Greenpeace-Chefin Jennifer Morgan zur Staatssekretärin begeht Annalena Baerbock einen schweren Fehler, kommentiert Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis.

Misstrauisch beäugen die Bundesbürger gerade die ersten Gehversuche ihrer neuen grünen Außenministerin Annalena Baerbock auf internationalem Parkett. Ausgerechnet der 41-jährigen Berufsanfängerin fällt die Aufgabe zu, die schwerste europäische Krise seit dem Ende des Kalten Krieges managen zu müssen – und sie gibt dabei keine schlechte Figur ab. Gründe zu größerer Beanstandung fand nicht mal die Opposition. Bis jetzt. Das hat sich nun geändert: Mit der Berufung der amerikanischen Chefin von Greenpeace International, Jennifer Morgan, zur Staatssekretärin ins Auswärtige Amt ist Baerbock im Begriff, den ersten schweren Fehler ihrer Amtszeit zu begehen.

Die Grünen müssen sich entscheiden

Man traut seinen Ohren nicht: Eine ausländische Aktivistin soll künftig die deutsche Klimapolitik international gestalten und vertreten, soll widerstreitende Interessen abwägen und Entscheidungen in dem Sinne herbeizuführen helfen, dass sie Deutschland und den Deutschen nützen – und nicht nur dem Weltklima. Schon das brachiale und für den Steuerzahler teure Verfahren zeigt, wie schräg die späte Karriere der Lobbyistin Morgan ist und wie angreifbar Baerbocks Entscheidung. Man stelle sich das Geschrei bei den Grünen vor, wenn FDP-Verkehrsminister Wissing den (deutschen) ADAC-Chef zu seinem Ministeriumsleiter befördern würde.

Schon die neue Grünen-Chefin Ricarda Lang sorgte zuletzt für Stirnrunzeln, als sie widerrechtliche Autobahnblockaden in Berlin und anderen Städten durch Klimaaktivisten guthieß. Die Grünen müssen sich entscheiden: Wollen sie Regierungspartei sein? Oder wollen sie den nun von ihnen (mit-)geführten Staat den Lobbyisten überantworten? Oder zielen sie gar darauf, die in Koalitionskompromissen vereinbarte Politik, da wo es ihnen gerade passt, mit den Mitteln der außerparlamentarischen Opposition wieder auszuhebeln? Wenn es das ist, was sie wollen, werden sie erleben, wie sich die bürgerliche Mitte bald in Scharen von ihnen abwendet. Denn dafür wurden sie nicht gewählt.

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