Annalena Baerbock, Parteivorsitzende und Kanzlerkandidatin der Grünen, nimmt an einem Wahlkampftermin am Mainzer Rheinufer teil.
+
Annalena Baerbock, Parteivorsitzende und Kanzlerkandidatin der Grünen, nimmt an einem Wahlkampftermin am Mainzer Rheinufer teil.

Bundestagswahl am Sonntag

Hat Baerbock das Kanzler-Rennen schon verloren? Grüne hoffen jetzt auf einstigen Umfrage-Effekt

  • Cindy Boden
    VonCindy Boden
    schließen

Kanzlerinnen-Traum ausgeträumt? Die Grünen geben nicht auf. Die Mitglieder verteilen Seitenhiebe gegen die Konkurrenz - und hoffen auf eine Überraschung von früher.

Berlin - Die Grünen hatten bei dieser Wahl Großes vor: Kanzlerkandidatin, Triell-Teilnahme, das volle Wahl-Programm. Lange waren die vergleichsweise wenigen Prozente bei der Bundestagswahl 2017 Vergangenheit - schließlich sind die Grünen derzeit kleinste Fraktion im Bundestag. Und auch jetzt sieht es deutlich besser für die Partei aus als noch vor vier Jahren. Doch eben nicht mehr so gut wie noch Ende April.

Nach zwischenzeitlich Platz 1 in Umfragen rangiert die Partei um Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock nun auf dem dritten Rang. Bei den TV-Triellen hatte sie dennoch ihren Platz im Studio sicher. Ihre Kanzlerkandidatin wirkte beim letzten Triell auch gelöster und angriffslustiger als zuvor. Trotz rot-grüner Einigkeit bei sozialer Gerechtigkeit betonte Baerbock weiter ihren Anspruch auf ein grün-geführtes Kanzleramt.

Grüne vor der Bundestagswahl: Baerbock und Co. hoffen auf besseres Ergebnis als Umfragen vermuten lassen

Die Hoffnung der Grünen bleibt: Bei der Bundestagswahl am 26. September ein besseres Ergebnis einzufahren als es die Umfragen wenige Tage vor der Abstimmung vermuten lassen. „Bei der Bundestagswahl 2017 und bei der Europawahl 2019 ist es uns erfolgreich gelungen, in der letzten Woche Menschen für Grün zu überzeugen“, sagte Wahlkampfmanager Michael Kellner am Montag in Berlin. „Wir lagen bei den Wahlergebnissen über den letzten Umfragen. Das wollen wir auch dieses Mal wiederholen, für starke Grüne in der nächsten Bundesregierung, für eine Klimaregierung.“

In Umfragen erreichen die Grünen derzeit zwischen 15 und 17 Prozent. Bei der Bundestagswahl 2017 hatten sie 8,9 Prozent der Stimmen geholt, bei der Europawahl 2019 waren es 20,5 Prozent. Das Ergebnis lag damit teils bis zu 2,5 Prozentpunkte über den letzten Umfragen vor der Wahl.

Scholz oder Laschet? Letzte Prognosen und erste Ergebnisse bekommen Sie in unserem Politik-Newsletter.

Umfragen vor der Bundestagswahl: Unsicherheiten können Überraschung bringen - Grünen-Spitzen gegen Scholz

Wahlumfragen sind generell immer mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten. Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf den Wahlausgang.

Und der Wahlkampf läuft natürlich bis zum Schluss weiter. Kellner griff beispielsweise SPD-Kanzlerkandidat und Finanzminister Olaf Scholz heftig an. Die Koalition aus CDU/CSU und SPD habe zu wenig gegen Finanzbetrug getan. Scholz habe die Verantwortung dafür, dass bei der Anti-Geldwäsche-Einheit FIU „Chaos“ herrsche und Deutschland weiterhin ein „Geldwäscheparadies“ sei. (dpa/cibo)

Auch interessant

Kommentare