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„Neuen Stil muss man neidlos anerkennen“: Baerbocks Niger-Aktion beeindruckt jetzt selbst CDU-Männer

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Von: Cindy Boden

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Annalena Baerbock (Grüne), Außenministerin, trägt in Ouallam in Niger Eimer mit Melonen. Die Ministerin informiert sich hier über Klimawandel und Landwirtschaftsprojekte und besuchte eine Schule.
Annalena Baerbock (Grüne), Außenministerin, trägt in Ouallam in Niger Eimer mit Melonen. Die Ministerin informiert sich hier über Klimawandel und Landwirtschaftsprojekte und besuchte eine Schule. © Kay Nietfeld/dpa

Außenministerin Baerbock reist in den Krisenstaat Niger, sichert dort aber nicht nur Unterstützung zu. Sie wagt auch einen Selbstversuch - und erntet Lacher.

Niamey - Viele sind überrascht von Annalena Baerbock. Sie hatten der Grünen-Politikerin nach dem Bundestagswahlkampf wohl nicht so viel zugetraut. Doch als Außenministerin macht sie in den Augen vieler Beobachter und Kollegen aktuell eine gute Figur. Schon vor dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs hatte sie in diesem Amt viel zu tun. Umfragen zufolge zählt Baerbock derzeit zu den beliebtesten deutschen Politikern. Nach ihrer Reise in den westafrikanischen Krisenstaat Niger ist sogar der CDU-Bundestagsabgeordnete Tilman Kuban beeindruckt.

„Baerbock prägt neuen Stil im Auswärtigen Amt“: CDU-Politiker lobt Außenministerin

„Man muss neidlos anerkennen, dass es Annalena Baerbock derzeit schafft, einen neuen Stil im Auswärtigen Amt zu prägen. Echt gut!“, schrieb er Donnerstagnachmittag (14. April) auf Twitter. Dazu teilte er ein Video des dpa-Bundeskorrespondenten Jörg Blank. Darin ist Baerbock mitten in einer Traube von Menschen zu sehen, wie sie versuchte, die Lasten, die Frauen dort tragen müssen, nachzuempfinden.

„Zwei Eimer mit Melonen, eine Holzstange, Gluthitze“, schrieb der dpa-Reporter dazu. Baerbock hatte dabei die Stange auf ihren Schultern liegen, fragte scheinbar noch einmal, wie sie richtig greifen muss, um dann ein paar Schritte nach vorn zu laufen. Doch sehr weit kam sie nicht, bis schon das Lachen einsetzte. Leicht schien es jedenfalls nicht zu sein - ihre Aktion kam einem Bericht nach bei den Frauen von Ouallam gut an.

Baerbock auf Reisen: „Leid, Hunger und Vertreibung“

Andere Videos zeigen Baerbock bei ihrer Reise dabei, wie sie sich mit einer weiteren Frau auf einem Markt unterhielt und mit Kindern sprach. Dabei sicherte die deutsche Außenministerin dem Land und der Region weitere Unterstützung im Kampf gegen Hungerkrise und Terrorismus zu. „Terrorismus, die Klima- und die Nahrungsmittelkrise - das sind alles globale Krisen, die sich hier vor Ort auf eine dramatische Art und Weise bündeln“, sagte die Grünen-Politikerin am Donnerstag nach einem Treffen mit ihrem nigrischen Kollegen Hassoumi Massoudou in der Hauptstadt Niamey. Die Klimakrise bedeute in der Sahel-Region konkret „Leid, Hunger und Vertreibung“.

38 Millionen Menschen würden in Westafrika in den nächsten Monaten Hunger leiden - drei Mal so viele, wie noch vor drei Jahren, sagte Baerbock. „Wir sehen, was auf Sie und damit was auf uns als Welt zukommt.“ Die Ministerin versicherte: „Wir lassen Sie damit nicht allein.“ Die Ampel-Regierung habe kürzlich für die Sahelregion 50 Millionen Euro für humanitäre Hilfe zusätzlich auf den Weg gebracht und weitere 50 Millionen Euro für Entwicklungszusammenarbeit. Weder die Klima- noch die Lebensmittelkrise und auch der Terror machten vor Grenzen halt. Umso wichtiger sei es, nicht nur isoliert auf einzelne Länder, sondern auf die ganze Region zu schauen. (cibo/dpa)

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