Annalena Baerbock und Robert Habeck einander zugewandt und redend beim Grünen-Bundesparteitag im Juni 2021 in Berlin.
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Die Grünen-Chefs Robert Habeck und Annalena Baerbock.

Kanzlerkandidatin mit Verlusten

Umfrage: Grüne vor dem Wechsel? Mehr als ein Drittel für Habeck statt Baerbock

Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock geriet in den vergangenen Wochen mehrfach in die Schlagzeilen. Eine Umfrage zeigt nun: viele Deutsche wünschen sich lieber Robert Habeck.

Berlin - Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock (Die Grünen) hatte in den vergangenen Wochen mit deutlichem Gegenwind zu kämpfen. Vor allem die Plagiats-Affäre rund um ihr Buch hatte viele Kritiker in die Schlagzeilen gelockt.

Während Kanzlerkandidat Armin Laschet am Samstag das betroffene Hochwasser-Gebiet in Nordrhein-Westfalen besucht hatte, entschied sich Kanzerkandidatin Baerbock ebenfalls für einen Besuch vor Ort. Die Grünen-Kandidatin hatte dabei jedoch auf die Presse verzichtet. Doch trotz allem ist mehr als ein Drittel der Deutschen dafür, dass die Grünen noch im letzten Moment auf ein anderes Pferd umsatteln.

Umfrage: Ein Drittel der Deutschen will Robert Habeck als Kanzlerkandidaten

Wie eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur ermittelt hat, will mehr als ein Drittel der Deutschen, dass die Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock mitten im Wahlkampf von ihrem Co-Parteivorsitzenden Robert Habeck abgelöst wird. Rund 35 Prozent hatten sich demnach dafür ausgesprochen. Nur 24 Prozent meinten, Baerbock solle Kanzlerkandidatin bleiben. 41 Prozent machten keine Angaben.

Baerbock steht in der Kritik, weil sich in ihrem Buch „Jetzt. Wie wir unser Land erneuern“ auffallende sprachliche Ähnlichkeiten zu anderen Veröffentlichungen finden. Zudem hatte sie Sonderzahlungen der Partei verspätet an den Bundestag gemeldet. Auch mussten Partei und Kandidatin Angaben in Baerbocks Lebenslauf korrigieren.

Annalena Baerbock: Grünen-Kanzlerkandidatin hat an Zustimmung verloren

Nach einem Hoch unmittelbar nach der Nominierung Baerbocks als Kanzlerkandidatin haben die Grünen in den Wahlumfragen wieder deutlich an Zustimmung verloren. Habeck, der lange selbst als Kanzlerkandidat gehandelt worden war, hat die Diskussion um eine Ablösung Baerbocks in der Süddeutschen Zeitung allerdings als „Kokolores“ bezeichnet.

Bei den Anhängern der Grünen überwiegen weiterhin die Sympathien für Baerbock. Hier liegt sie in der YouGov-Umfrage mit 54 zu 32 Prozent vor Habeck. Auch die Wähler der Linken wünschen sich eher, dass Baerbock als Kanzlerkandidatin weitermacht (36 zu 33 Prozent). Bei allen anderen im Bundestag vertretenen Parteien überwiegt der Wunsch nach einem Kandidatenwechsel.

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