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Baerbock holt Ex-Greenpeace-Chefin ins Team: Personalie sorgt für Empörung

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Von: Bedrettin Bölükbasi

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Jennifer Morgan soll Sonderbeauftragte für Klimaschutz werden
Jennifer Morgan (l), Geschäftsführerin von Greenpeace International, und Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne), aufgenommen während einer Pressekonferenz. Morgan soll Sonderbeauftragte der Bundesregierung für Klimaschutz werden wie Außenministerin Baerbock (Grüne) am Mittwoch in Berlin bekannt gab. © John Macdougall/dpa

Außenministerin Baerbock stockt ihr Klima-Team weiter auf. Die ehemalige Greenpeace-Chefin Morgan soll künftig für Internationale Klimapolitik verantwortlich sein.

Update vom 9. Februar, 16.30 Uhr: Die Vorstellung der bisherigen Greenpeace-Chefin Jennifer Morgan als Sonderbeauftragte für Internationale Klimapolitik und designierte Staatssekretärin im Auswärtigen Amt durch Außenministerin Annalena Baerbock erntete Kritik – besonders von der Union, aber auch von Politik-Forschern wie Jürgen Falter. Dabei stützt sich die Kritik vor allem auf Lobbyismus-Aktivitäten von Greenpeace und gefährlichen, teils radikalen Aktionen der Gruppierung. 

„Das ist schon alles außergewöhnlich, um nicht zu sagen grenzwertig“, lautete die Einschätzung von Falter gegenüber der Bild. Falter zufolge handelt Baerbock hier aber mit Absicht und will ein klares Zeichen setzen - auch an Klimaminister Robert Habeck. So wolle die Außenministerin mit der Ernennung einer Lobbyistin als Sonderbeauftragte signalisieren, dass sie die Klimapolitik nicht völlig Habeck überlassen wolle. „Ungewöhnlich ist auch, dass hier eine nicht-deutsche Staatsbürgerin in eine solche Position geholt wird – und dafür schnell die Staatsbürgerschaft wechseln muss“, so Falter.

Baerbock holt Ex-Greenpeace-Chefin in ihr Team: Kritik von der Union - „Bigotterie grüner Personalpolitik“

Thorsten Frei (CDU), der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, nahm Baerbock für diese Aktion ebenfalls ins Visier. Eine Greenpeace-Aktivistin ohne Bezug zu Deutschland sei im Auswärtigen Amt „schlicht fehl im Platz“. Den Grünen warf er ein Verständnisproblem vor. Sie würden nur ihre eigenen Umwelt-Lobbyisten für gut erklären. Ähnlich reagierte CDU-Politiker Jan-Marco Luczak. Gegenüber der Bild zeigte er sich besorgt darüber, dass das Außenministerium „zum Handlanger einer grünen Aktivistin“ wird. Schließlich trage Morgan als Greenpeace-Chefin die Verantwortung „für lebensgefährdende und strafbare Aktionen“. Außerdem zeige sich hier eine „Bigotterie grüner Personalpolitik“, so Luczak: „Wenn der Chef des ADAC ins Verkehrsministerium wechseln würde, hätten die Grünen voller Abscheu aufgeschrien.“

CSU-Politikerin Silke Launert schloss sich dem Kritikhagel von Frei und Luczak an der Personalie ebenfalls an. Es könne nicht sein, dass NGOs Deutschland bestimmen würden. „Was kommt als nächstes?“, fragte sie: „Greta Thunberg als persönliche Referentin von Robert Habeck?“ Auch bei Aktivisten brauche es Karenzzeiten vor einem Wechsel in wichtige Ämter. Der „Durchmarsch von Aktivismus in die Politik“ sei inakzeptabel und zeige, „wie selbstverständlich die Grünen ihre eigenen Ideologien durchsetzen“.

Baerbock stellt bisherige Greenpeace-Chefin Morgan als Sonderbeauftragte vor - „fühle mich sehr geehrt“

Update vom 9. Februar, 13.45 Uhr: Die designierte Staatssekretärin Jennifer Morgan wird gefragt, wohin denn ihre erste Reise gehen werde. „Ich glaube das geht Richtung Brüssel würde ich sagen”, antwortet Morgan. Außerdem wolle sie auch nach Paris reisen. Anschließend werde es „in den Süden” gehen. Um welches Land es sich dabei handelt, ließ sie allerdings offen.

Update vom 9. Februar, 13.18 Uhr: Nach ihrer Vorstellung als Sonderbeauftragte für Internationale Klimapolitik sagt Jennifer Morgan, sie fühle sich „sehr geehrt durch das Vertrauen”. Mit Freude und Entschlossenheit nehme sie diese Aufgabe an. Ihr Ziel sei es, „ein pro-aktives, ressortübergreifendes Team Deutschland mit anderen Ressorts gemeinsam zu bilden”. Die Energiewende bezeichnet Morgan als „eine klare Soft-Power Deutschlands”. Dies werde man aktiv nutzen.

Baerbock will Auslandsvertretungen zu „Klimabotschaften“ machen - Morgan ab 1. März Sonderbeauftragte

Update vom 9. Februar, 13.15 Uhr: Baerbock gibt an, man werde alle 226 deutschen Auslandsvertretungen zu „Klimabotschaften” machen. Dafür werde es „einigen Umbau und Ressourcenumwidmung” geben.

Update vom 9. Februar, 13.05 Uhr: Die Pressekonferenz von Annalena Baerbock und Jennifer Morgan beginnt. Deutschlands internationale Klimapolitik bekomme heute „ein Gesicht, dass weltweit bekannt ist”, betont die Außenministerin. Morgan passe zu den Ambitionen und Klimazielen Deutschlands. Ab dem 1. März komme sie als Sonderbeauftragte für Internationale Klimapolitik und designierte Staatssekretärin ins Auswärtige Amt. Dies sei im Kabinett bereits beschlossen worden, verkündet Baerbock. Laut Baerbock wird Jennifer Morgan als „Steuerfrau” die Klima-Außenpolitik lenken, Partnerschaften mit anderen Staaten ausbauen und den Dialog mit der Zivilgesellschaft weltweit führen. Morgan werde „erstmal formell” bis zum Abschluss ihrer Einbürgerung als Sonderbeauftragte tätig sein. Danach werde sie die Rolle der Staatssekretärin übernehmen. Deshalb habe sie Morgan „ganz bewusst” auch als designierte Staatssekretärin vorgestellt, so Baerbock.

Update vom 9. Februar, 12.45 Uhr: In Kürze beginnt die Pressekonferenz von Bundesaußenministerin Annalena Baerbock zur Vorstellung der US-Umweltaktivistin, Klimaexpertin und Greenpeace International-Chefin Jennifer Morgan. Die Ministerin holt Morgan als Sonderbeauftragte für Internationale Klimapolitik ins Auswärtige Amt.

Erstmeldung: München - Bundesaußenministerin Annalena Baerbock* (Grüne) holt laut einem Bericht des Spiegel die bisherige Chefin von Greenpeace International, Jennifer Morgan, als Sonderbeauftragte für Internationale Klimapolitik ins Auswärtige Amt.

Baerbock holt US-Klimaexpertin Morgan ins Team - zunächst Sonderbeauftragte, dann Staatssekretärin

Die US-Umweltaktivistin und Klimaexpertin soll demnach zunächst Sonderbeauftragte für Internationale Klimapolitik werden. Dies solle am Mittwoch das Bundeskabinett beschließen. Später soll die 55-jährige Morgan dem Bericht zufolge Staatssekretärin im Auswärtigen Amt werden.

Für die damit verbundene Verbeamtung muss sie jedoch zunächst die deutsche Staatsbürgerschaft erwerben. Ein entsprechender Antrag der US-Bürgerin werde bereits bearbeitet. Grünen*-Politikerin Baerbock will die Personalie demnach am Mittwoch auf einer Pressekonferenz vorstellen. Morgan und die Ministerin sind einander von zahlreichen internationalen Klimaterminen gut bekannt. (afp) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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