1. Startseite
  2. Politik

Baerbock geschwächt, Putin gestützt: Schwere Ukraine-Vorwürfe gegen Deutschland - „in tiefen Schock versetzt“

Erstellt:

Von: Franziska Schwarz

Kommentare

Keine guten Nachrichten für Vermittlerin Baerbock: Der deutsche Vizeadmiral Schönbach habe laut Melnyk die Ukraine „in tiefen Schock versetzt“.

München - Ein kurioser Auftritt hat den deutschen Vizeadmiral Kay-Achim Schönbach seinen Job gekostet. Vor dem Hintergrund des Ukraine-Konflikts hatte er Russlands Präsidenten Wladimir Putin verteidigt, und damit auch die Position von Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) unterminiert, die zu vermitteln versucht. Andrij Melnyk, ukrainischer Botschafter in Deutschland, findet Schönbachs Rücktritt unzureichend und spricht von einem „Scherbenhaufen“.

Schönbach hatte vergangenen Freitag bei einem Besuch in Indien unter anderem gesagt, der von westlichen Staaten befürchteten Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine sei „Nonsens“. Was Putin wirklich wolle, sei „Respekt auf Augenhöhe“, und: „Es ist leicht, ihm den Respekt zu geben, den er will - und den er wahrscheinlich auch verdient.“ Das geht aus einem im Internet veröffentlichten Video des Auftritts hervor.

Melnyk sagte dazu der Welt, „sein Land begrüße „zwar, dass Herr Schönbach seinen Rücktritt angeboten hat“. Der Eklat hinterlasse aber „einen Scherbenhaufen“ und stelle die internationale Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit Deutschlands „massiv in Frage“. Die Aussagen Schönbachs hätten „die gesamte ukrainische Öffentlichkeit in tiefen Schock versetzt“.

Ukrainischer Botschafter: „Deutsche Arroganz und Größenwahn“

Melnyk zog dabei einen Vergleich zur Zeit des Nationalsozialismus: „Die Ukrainer fühlten sich bei dieser herablassenden Attitüde unbewusst auch an die Schrecken der Nazi-Besatzung erinnert, als die Ukrainer als Untermenschen behandelt wurden“, sagte er. Melnyk sprach zudem von einer „zynischen Verharmlosung der völkerrechtswidrigen Krim-Besetzung“ und einem mit Hochnäsigkeit vorgetragenen Bezweifeln der Souveränität der Ukraine.

Aus den Äußerungen des inzwischen zurückgetretenen Marinechefs spreche „deutsche Arroganz und Größenwahn, mit denen einer der hochrangigsten Köpfe der Bundeswehr von einer heiligen Allianz mit Kriegsverbrecher Putin und einem deutsch-russischen modernen Kreuzzug gegen China träumt“. Melnyk bezog sich damit auf eine weitere Äußerung Schönbachs, der gesagt hatte: „Wir brauchen Russland gegen China.“

Vizeadmiral Kay-Achim Schönbach, Inspekteur der Deutschen Marine, im Marinekommando und Aussenministerin Annalena Baerbock
Laut Schönberg „jung und unerfahren“: Außenministerin Annalena Baerbock. (Montage) © Bernd Wüstneck/Bildgehege/dpa/IMAGO

Schönbach über Baerbock: „Jung und unerfahren“

Wie taz und Business Insider übereinstimmend berichten sagte Schönberg bei dem Auftritt über Baerbock zudem: „Unsere neue Außenministerin Annalena Baerbock, ja sie ist jung, sie ist 40 Jahre alt, sie ist unerfahren.“

Am Samstag erklärte Schönbach zunächst auf Twitter, seine Äußerungen seien „unbedacht“ gewesen. „Da gibt es nichts zu deuteln, das war ein klarer Fehler.“(frs mit Material der dpa)

Auch interessant

Kommentare