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Jetzt vibriert er auch noch: der Talent 2 der Werdenfelsbahn.

„Wie in der Billigfluglinie“

Bahn-Ärger im Landtag

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München - Der Pendler-Ärger hat den Landtag erreicht. Nach drei Stunden Diskussion über Meridian und Werdenfelsbahn wird deutlich: Der Einfluss der Politik auf die Bahnen ist sehr klein.

Klaus Steiner (CSU) aus Traunstein redete sich in Rage: „Sie haben hier einen frustrierten Pendler und einen frustrierten Abgeordneten vor sich“, begrüßte er den Meridian-Manager Kai Müller-Eberstein. Der auf der Rosenheimer Strecke eingesetzte Zug des Typs Flirt sei „eine bessere S-Bahn“ und für Langstreckenpendler ungeeignet. Die Sitze zu eng, die Toiletten falsch platziert, Gepäckablagen fehlten, was im Sommer, wenn die Touristen mit vielen Koffern Richtung Salzburg reisen, noch Probleme geben werde. „Wie in einer Billigfluglinie“ fühle er sich, schimpfte Steiner.

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Müller-Ebersteins Kollegen Klaus-Dieter Josel (Deutsche Bahn) erging es kaum besser. Er musste die dauernde Unpünktlichkeit der neuen Werdenfelsbahn Richtung Garmisch-Partenkirchen erklären. Aber nicht nur das: Es gibt auch Probleme mit den Durchsagen in den Zügen und an den Bahnsteigen. Manche Züge des Typs Talent 2 vibrieren eigenartig. „Wer trägt eigentlich die Verantwortung und welche Konsequenzen werden gezogen“, wollte Florian Streibl (Freie Wähler) wissen.

Josel musste erst mal die Behauptung korrigieren, dass die Meridian-Züge hinter langsamen Güterzügen herzuckelten und deshalb verspätet seien. Dass Güterzüge von der Bahn-Tochter DB Netz „systematisch“ bevorzugt würden, stimme nicht – sie zahlten auch geringere Trassenpreise. Aber das mit der Vibration im Talent 2 sei tatsächlich ein Problem, sagte Josel. Die „Eigenschwingungen“ mancher Züge könnten aber noch nicht lokalisiert werden. „Aber wir sind da dran“, sagte er.

Diese Antwort hörten die Abgeordneten gestern häufiger – „wir sind da dran“. Die Deutsche Bahn zum Beispiel ist „dran“, die Hauptquellen für Zugverspätungen endlich abzustellen: Unter anderem war ein Draht an den Kupplungen falsch verlegt. Bis Ende nächster Woche soll der Fehler an allen Zügen behoben sein. Im Laufe des Februars will die Bahn außerdem Leitungen an den Bremsen austauschen – an den fabrikneuen Fahrzeugen sind schon einige zerbrochen. Zur Unterstützung hatte sich Bahn-Chef Josel sogar einen Manager des Zugherstellers Bombardier geholt, der dann aber auch nur bekennen konnte, dass ihn die Probleme „überrascht“ hätten.

„Die Dinge wiederholen sich“, sagte der CSU-Abgeordnete Eberhard Rotter, der sich an ähnliche Fehler bei der S-Bahn Nürnberg, dem Fugger- sowie dem Donau-Isar-Express erinnerte. Die Frage sei doch, welche Lehren man da ziehen könne.

Die Frage richtete sich an die Aufsichtsbehörde, die Bayerische Eisenbahngesellschaft, kurz BEG. Sie untersteht dem Innenministerium, ihr Chef ist seit Dezember im Amt, er heißt Johann Niggl. Als Weilheimer fährt er auch öfter mit der Werdenfelsbahn. Er kündigte an, dass die Unternehmen Strafzahlungen leisten müssen. Insgesamt nehme die Pünktlichkeit nun aber zu – „ich bin zuversichtlich“.

Die grundsätzliche Frage sei jedoch, ob die Vorgaben bei der Ausschreibung der Bahnstrecken geändert werden müssten. Jede Änderung freilich koste Geld. Ein Beispiel: Wenn die Fahrzeuge künftig schon ein halbes Jahr vor Betriebsstart geliefert werden sollten, um dann vor Ort ausreichend Probe zu fahren, müsse das jemand bezahlen.

Auch die Ausstattung der Züge sei schwierig. Schon heute gebe die BEG viele Details vor: beispielsweise die Sitzabstände, die Zahl der Gepäckablagen und die Anordnung der Abfalleimer. Eigentlich liege dies jedoch in der Eigenverantwortung der Bahnunternehmen. Die Züge gleich selbst zu bestellen und wie in Niedersachsen einen Fahrzeugpool aufzubauen, den die Bahnkonzerne dann leasen können, lehnte der Chef der Verkehrsabteilung im Innenministerium, Hans-Peter Böhner, kategorisch ab. Das sei „eine ganz andere Philosophie“ und außerdem zu teuer.

Zum Abschluss der dreistündigen Diskussion, die ohne greifbares Resultat endete, warnte Ausschusschef Erwin Huber (CSU) nicht nur die Bahnmanager, sondern auch die BEG: „Sie kommen nicht raus aus der Verantwortung."

Dirk Walter

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