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Ein Schild vor der österreichischen Grenze.

„Vorgehen mit der sprichwörtlichen Brechstange“

Bald Mega-Staus? Bayern kritisiert Lkw-Blockabfertigung durch Tirol

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) kritisiert die geplante Lkw-Blockabfertigung auf der Inntal-Autobahn an der Grenze zu Tirol am Freitag.

München/Kufstein - Bei allem Verständnis für die Tiroler Anliegen sei „ein Vorgehen mit der sprichwörtlichen Brechstange zu Lasten Bayerns nicht sinnvoll“, erklärte Herrmann gegenüber dem "Münchner Merkur" (Donnerstag). Er befürchte lange Staus auf bayerischer Seite. Die Blockabfertigung sei "ein Verstoß gegen den Grundsatz der europäischen Warenverkehrsfreiheit". Er sehe das „mit Sorge“. Dem Tiroler Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) bot er an, „gemeinsam nach konstruktiven Lösungen zu suchen“.

Tirols Landeshauptmann Platter rechtfertigt Lkw-Blockabfertigung

Platter rechtfertigte in einem Interview mit dem "Münchner Merkur" indes die Maßnahme. Zugleich kündigte er an, dass es nicht bei diesem Testlauf bleiben werde. Nach dem Pilotversuch "beraten wir uns mit Experten, wie wir konform mit dem EU-Recht solche und andere Maßnahmen institutionalisieren können". In Tirol sei "die Belastung unerträglich", sagte er. Am Brenner würden es in diesem Jahr deutlich mehr als zwei Millionen Lkw sein. „Das ist neuer Rekord.“ Platter forderte eine neue europäische Verkehrspolitik. Es müsse eine einheitliche Maut in einem Korridor von München bis Verona geben. In Deutschland ebenso wie in Südtirol und Trentino sei die Lkw-Maut heute "um ein Fünffaches" niedriger als in Tirol. Speziell in Bayern sei es zudem notwendig, weitere Gleise als Zulaufstrecke zum Brennerbasistunnel durch das bayerische Inntal zu bauen, um Lkw-Verkehr auf die Schiene verlagern zu können.

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