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Bambergs Erzbischof Ludwig Schick hält einen muslimischen Bundespräsidenten für vertretbar.

Wahl im Februar 2017

Erzbischof Schick: Muslimischer Bundespräsident wäre denkbar

Bamberg - Ein Muslim als Bundespräsident? Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick kann sich ein islamisches Staatsoberhaupt durchaus vorstellen.

Wie die „Nürnberger Nachrichten“ berichten, kann sich Erzbischof Schick auch einen muslimischen Gauck-Nachfolger vorstellen. Wenn eines Tages ein Muslim von einer demokratischen Mehrheit zum Staatsoberhaupt gewählt würde, müsse das auch die Kirche akzeptieren, werden Aussagen Schicks während eines Gesprächsforums bei der Verbrauchermesse Consumenta zitiert. "Alles andere wäre undemokratisch." Schick bezweifele aber gleichzeitig, dass eine derartige Entscheidung den Rückhalt der Gesellschaft fände.

Schick nannte in diesem Zusammenhang keinen Namen. Derzeit wird aber auch der muslimische Schriftsteller Navid Kermani als möglicher Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten gehandelt.

Bamberger Erzbischof bezieht in politischen Fragen klar Stellung

Der Bamberger Erzbischof ist bekannt für seine Mahnungen an die Politik. Anfang 2015 betonte Erzbischof Schick in einer Predigt: "Christen dürfen bei 'Pegida' nicht mitmachen." Pegida-Aktivisten verbreiteten Hass und Aggressionen.

Im vergangenen September ermahnte er die CSU zur Verfassungstreue. Herabwürdigungen oder Verletzungen der Menschenwürde dürften Christen nicht stehen lassen, sagte Schick in Bamberg. „Ich will, dass alle, und besonders natürlich die, die ein C im Namen führen, sich auch entsprechend verhalten.“

Falsche Strategien bestünden auch darin, mit unlauteren Mitteln, Stimmen am rechten Rand einzufangen, erklärte der katholische Geistliche mit Blick auf die Flüchtlingsproblematik. „Ich bin überzeugt, dass man mit falschen Strategien nichts Gutes bewirken kann.“ Das werde auf Dauer nicht gut gehen. „Der Einsatz entsprechend dem, was wirklich gut und wahr ist - und in unserem Fall würde ich sogar sagen, was verfassungsgemäß ist - der Einsatz dafür trägt weiter.“

Daran orientiere er sich auch selbst: „Ich habe einen Eid auf die Verfassung abgelegt - und das habe ich sehr bewusst gemacht. Und dieser Eid auf die Verfassung heißt für mich, dass ich alles tue, dass diese Verfassung - sowohl die bundesrepublikanische als auch die bayerische - so eingehalten wird, wie es da steht.“ Dort stehe die Menschenwürde als oberstes und erstes Prinzip festgeschrieben.

Über das „C“ im Namen der CSU sagte er: „Ja natürlich ist es gerechtfertigt - als Zielvorgabe. Ich bin nicht dafür, dass die das streichen. Die sollen das behalten, als Ziel, und es erstreben.“

Bamberger Erzbischof: Kritik von CSU-Minister

Wegen dieser Aussagen zur Flüchtlings-Thematik kassierte der Erzbischof Kritik von CSU-Justizminister Winfried Bausback. „Mich enttäuscht und verärgert die undifferenzierte Kritik von Bischöfen der katholischen Kirche, der ich selbst lange angehöre“, schrieb Bausback auf seiner Facebook-Seite.

„Die Kritik der Eminenzen der letzten Tage“ an seiner Partei sei „vielfach überzogen, undifferenziert und meines Erachtens auch unchristlich“, schrieb der Minister (ohne aber einen Namen zu nennen). Die CSU habe als einzige politische Kraft eine „klare und humanitäre Konzeption“ angesichts der aktuellen Flucht- und Migrationslage.

Die Menschen, die im vergangenen Jahr nach Bayern gekommen seien, würden human behandelt und untergebracht, fügte Bausback hinzu. Wer eine Bleibeperspektive habe, erhalte eine echte Chance zur Integration. Bayern habe mehr als alle anderen Bundesländer getan, so der CSU-Politiker. Viele Kollegen in Staatsregierung, Fraktion und Partei machten sich ihre Entscheidungen nicht leicht und versuchten, „aus christlicher Verantwortung das Richtige zu tun“. 

Schick hatte im Frühjahr wegen seiner klaren Aussage gegen Fremdenfeindlichkeit sogar Morddrohungen erhalten. Er werde auf Facebook beschimpft und in anonymen E-Mails bedroht, sagte eine Bistumssprecherin damals.

Die Bundesversammlung wählt am 12. Februar 2017 den Bundespräsidenten. Wir haben bereits alle Informationen zur Zusammensetzung, zu Mitgliedern und möglichen Mehrheiten zusammengefasst.

mm

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