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Das BAMF ist mit gut 430.000 angestauten Verfahren ins Jahr 2017 gestartet. Foto: Daniel Karmann

Komplexe Altfälle bremsen

BAMF-Chefin: Neue Asylverfahren dauern im Schnitt 1,4 Monate

Noch Anfang des Jahres dauerte es im Schnitt 10,4 Monate bis Flüchtlinge erfuhren, ob sie hier bleiben dürfen oder nicht. Diese Zeit hat sich für neu gestellte Asylanträge massiv reduziert. Die durchschnittliche Verfahrensdauer steigt allerdings weiterhin.

Berlin (dpa) - Die Bearbeitungsdauer für neu gestellte Asylanträge liegt derzeit im Schnitt bei 1,4 Monaten. Das sagte die Präsidentin des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF), Jutta Cordt, bei einem Symposium zum Flüchtlingsschutz in Berlin.

Sie räumte aber ein, insgesamt sei die durchschnittliche Verfahrensdauer deutlich höher und steige momentan noch. Das liege an der Abarbeitung komplexer Altfälle. Die Gesamtdauer nannte Cordt nicht.

Die durchschnittliche Bearbeitungszeit steigt seit längerem. Im ersten Quartal des laufenden Jahres brauchte das BAMF für die Bearbeitung eines Asylantrags insgesamt durchschnittlich 10,4 Monate. Im vierten Quartal 2016 hatte die Zahl noch bei 8,1 Monaten gelegen, im gesamten vergangenen Jahr sogar bei 7,1 Monaten. Und im Jahr zuvor waren es nur 5,2 Monate gewesen. Überdurchschnittlich lange hatten im ersten Quartal 2017 beispielsweise Menschen aus Guinea (16,1 Monate), Russland (15,2 Monate), Somalia (14,9 Monate) und Nigeria (14,4 Monate) auf ihren Asylbescheid gewartet.

Hintergrund für die lange Dauer ist die große Zahl an Asylverfahren, die sich über längere Zeit angestaut haben. Das Bundesamt war mit gut 430.000 anhängigen Verfahren ins Jahr 2017 gestartet. Inzwischen liegt die Zahl bei 165.000. Cordt sagte, 116.000 Verfahren davon stammten noch aus 2016 oder der Zeit davor. Ziel sei es, diese Altverfahren möglichst schnell abzuarbeiten. Dieser Abbau kommt allerdings langsamer voran als ursprünglich geplant. Das BAMF hatte den angepeilten Termin dafür bereits mehrfach verschoben.

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