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Geldflüsse machen stutzig

Bamf zahlte für Beratung von Ex-Chef Weise - und auch für dessen Beratung durch McKinsey

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Ex-Bamf-Chef Frank-Jürgen Weise kassierte als Berater der Regierung vom Bamf viel Geld. Doch Zahlen zeigen auch, dass er beraten werden musste - für deutlich mehr Geld. Auch das zahlte das Bamf. Es macht zumindest stutzig.

Nürnberg/Berlin/München - Am Freitag soll Frank-Jürgen Weise im Innenausschuss des Bundestags aussagen. Der ehemalige Chef des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf) dürfte einerseits hervorragende Kenntnisse der skandalumwitterten Vorgänge zu Zeiten der Flüchtlingskrise haben. Zum anderen könnten aber auch Vorgänge rund um Weises eigene Tätigkeit für das Bamf zumindest stutzig machen (Die ganze Geschichte auf Merkur.de*).

Denn Weise war nicht nur zwischen September 2015 und Ende 2016 Präsident der Behörde. Ab Anfang 2017 durfte er sich für zwölf Monate „Beauftragter für Flüchtlingsmanagement“ der Bundesregierung nennen. Mit anderen Worten: Das Kanzleramt schätzte den „Sanierer“ Weise und installierte ihn nach seiner Präsidentschaft als Berater für das Bundesinnenministerium. Für diesen Job erhielt Weise ein Honorar über 83.000 Euro. Soweit so gut - doch weitere Zahlen lassen aufhorchen.

Lesen Sie auch: Die Chronologie des Bamf-Skandals: Diese Details belasten Horst Seehofer*

Denn auch der Berater Weise musste offenbar in diesem zweiten Zeitraum beraten werden. Und zwar von der Berateragentur seines Vertrauens, McKinsey. 360.000 Euro zahlte das Bamf für die „Maßnahmen des Beauftragten für Flüchtlingsmanagement sowie Sicherstellung der Kohärenz zu Maßnahmen des Bamf“ wie es offiziell heißt. Ein auf den ersten Blick bemerkenswerter Betrag - der aber nicht mehr groß verwundert, wenn man weiß, dass McKinsey Ende 2015 vom Bamf engagiert wurde und bis Ende 2020 bis zu 47 Millionen Euro an der Flüchtlingskrise und ihren Folgen verdienen wird. Im Übrigen: Weise arbeitete bereits bei der Agentur für Arbeit mit den „Meckies“ zusammen. 

Linken-Politikerin verwundern die Zahlungen, auch Bamf und Weise erklären sich

Diese Zahlen gehen aus der Kleinen Anfrage der Linkspartei an die Bundesregierung hervor. Insgesamt zahlte das Bamf laut Bild sogar ganze 55 Millionen Euro an Beraterfirmen, um die Behörde effizienter und produktiver zu machen. Zuerst berichtete die Wirtschaftswoche darüber. Auch Merkur.de liegen diese Unterlagen vor.

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Die innenpolitische Sprecherin der Linken, Ulla Jelpke, wundert sich: „Es stellt sich schon die Frage, wofür Weise 83.000 Euro als Berater erhalten hat, wenn er selbst nochmal Beratung im Wert von 360.000 Euro benötigte?“

Das Bamf antwortet auf Nachfrage: „Eine doppelte Bezahlung hat nicht stattgefunden.“ Ein Sprecher Weises argumentiert: „Bei den angesprochenen Beratungstätigkeiten von McKinsey im Bamf und bei Herrn Weise handelt es sich um zwei ganz unterschiedliche Mandate.“

Die ganze Geschichte lesen Sie auf Merkur.de .*

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