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Barack Obamas Amtseinführung 2009: Ein Tag von historischer Bedeutung

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Von: Robert Märländer

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Barack Obama, Joe Biden lauschen und Beyoncé bei der Amtseinführung 2009
Barack Obama und Joe Biden lauschen bei der Amtseinführung 2009 der Nationalhymne, gesungen von Beyoncé. © Shawn Thew/dpa

Nach der gewonnenen Wahl war Barack Obamas Amtseinführung die größte der Geschichte. Der neue US-Präsident wusste den Termin symbolisch zu nutzen.

Washington D.C. - Die Euphorie war an diesem 20. Januar 2009 so groß wie vielleicht noch nie zuvor beim Amtsantritt eines neuen US-Präsidenten. Darauf lassen zumindest die Teilnehmerzahlen bei Barack Obamas Amtseinführung schließen. Rund 1,8 Millionen Menschen sollen sich dafür in Washington D.C. versammelt haben - eine Rekordzahl. Auch wenn Donald Trump bei seiner Amtseinführung behauptete, für ihn seien mehr Teilnehmer erschienen. Obwohl die meisten Anwesenden nicht darauf hoffen konnten, Obama bei seinem Amtseid aus der Nähe zu sehen, erlebten sie einen Tag, der für die Vereinigten Staaten von Amerika historische Bedeutung hatte.

Historische Bedeutung der Amtseinführung 2009 - Obama wird erster afroamerikanischer Präsident

Erst 1964 hatte die Rassentrennung in den USA formal ein Ende gefunden. Die Aussicht darauf, dass 45 Jahre später zum ersten Mal ein Schwarzer der nächste US-Präsident werden könnte, war bereits im Wahlkampf ein zentrales Thema. Obama, der Kandidat der US-Demokraten, erfuhr nicht zuletzt eine große Unterstützung unter afroamerikanischen Wählern. Für die USA waren die Wahl 2008 und die Amtseinführung 2009 Ereignisse von enormer Tragweite.

Drei Tage vor seiner Amtseinführung reiste Barack Obama mit Abraham Lincolns historischem Zug von Philadelphia nach Washington. Der symbolische Verweis auf frühere Präsidenten ist üblich. Persönliche Gegenstände von Amtsvorgängern, auch aus früheren Jahrhunderten, spielen bei der Amtseinführung häufiger eine Rolle. In diesem Fall war die Symbolik besonders stark. Noch heute ist Lincoln als klarer Gegner der Sklaverei bekannt, der die Nordstaaten durch den Bürgerkrieg führte.

Auch die Wahl einzelner Gäste galt als Verweis auf die Bedeutung der Ereignisse. Ein Beispiel dafür ist Pfarrer Joseph Lowery, ein schwarzer Bürgerrechtler und Weggefährte Martin Luther Kings. Er sprach bei der Amtseinführung 2009 den abschließenden Segen.

Menschenmassen bei Barack Obamas Amtseinführung in Washington D.C.
Der Blick aus Richtung Kapitol auf die Menschenmassen, die für Barack Obamas Amtseinführung nach Washington D.C. gekommen sind. © Shawn Thew/dpa

Großes Aufgebot von Stargästen bei der Amtseinführung 2009

In Erinnerung bleibt für viele, dass Beyoncé die Nationalhymne sang. Aber auch eine große Zahl weitere Musiker und Schauspieler gaben sich rund um die Amtseinführung die Ehre. Die Veranstaltungen begannen bereits mehrere Tage vor dem 20. Januar 2009. Zu den prominenten Begleitern der andauernden Obama-Party gehörten zum Beispiel Bruce Springsteen, Aretha Franklin, Renee Fleming, Itzhak Perlman, U2, Tom Hanks sowie Denzel Washington, Miley Cyrus und Shakira.

Barack Obama zeichnet in seiner Antrittsrede eine Vision für Amerika

Die USA als eine Nation voller Ängste - das war eines der Themen in Barack Obamas Antrittsrede. „Eine nagende Angst, dass der Niedergang Amerikas unvermeidlich ist und dass die nächste Generation Abstriche machen muss“, beschrieb der frischgebackene Präsident den Zustand seines Landes. Es ging um wirtschaftlichen Abschwung und den möglichen Verlust der internationalen Vormachtstellung. Im Laufe seiner Antrittsrede machte er klar, dass er für die USA weiterhin eine Führungsrolle beansprucht. Obamas Botschaft war, dass die Probleme real sind. Die Amerikaner können aber selbst ihren Teil dazu beitragen, weiter im reichsten und großartigsten Land der Welt zu leben. Was aus seinen Worten immer wieder durchscheint, ist die Aufforderung zum Zusammenhalt aller Bürger als geeinte als Nation.

Seine Rolle als erster afroamerikanischer Präsident der USA stand nicht im Zentrum. Obama ließ aber auch diesen Punkt nicht aus. Er sprach bei seiner Amtseinführung über „die Bedeutung unserer Freiheit und unseres Glaubens, warum Männer und Frauen und Kinder von jeder Hautfarbe und mit jedem Glauben sich der Feier auf dieser prächtigen Straße anschließen können“. Er sagte dies als „ein Mann, dessen Vater vor weniger als 60 Jahren noch nicht einmal in einem örtlichen Restaurant bedient worden wäre.“ Obama schloss mit dem Wunsch, das Geschenk der Freiheit möge an folgende Generationen weitergetragen werden.

Dafür ist ab 2021 ein Mann zuständig, der bei Obamas Amtseinführung noch als sein Vizepräsident vereidigt wurde: Joe Biden.

Panne bei Obamas Amtseinführung - Versprecher während der Vereidigung

Den Amtseid der US-Präsidenten legte Barack Obama kurz nach 12 Uhr ab. Ihn ereilte dabei das gleiche Schicksal wie schon einige Präsidenten vor ihm. Statt den Eid im exakten Wortlaut aufzusagen, wie er in der Verfassung der Vereinigten Staaten vorgesehen ist, geriet der kurze Text durcheinander. Es war der Oberste Richter John Roberts, der den Amtseid abnahm. Als der Richter beim Vorsprechen ins Straucheln geriet, kam auch Obama aus dem Tritt. Die beiden Männer brachten nur noch eine leicht falsche Version über die Bühne.

Barack Obama legt im Weißen Haus den Amtseid ab.
Barack Obama legt einen Tag nach seiner Amtseinführung erneut den Amtseid ab - dieses Mal im Weißen Haus. © Doug Mills/dpa

Daraufhin kam es zu einer weiteren Premiere für einen US-Präsidenten. Während in früheren Zeiten niemand ein vertauschtes Wort auf die Goldwaage gelegt hatte, gingen Obama und Richter Roberts auf Nummer sicher. Einen Tag später wiederholten sie vor TV-Kameras im Weißen Haus den Amtseid. Im Gegensatz zur Amtseinführung am Kapitol lief dieses Mal alles wie geplant. (rm)

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