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Am Rande der D-Day-Feier trafen sich Barack Obama (v.) und Wladimir Putin (h.)

Informelles Treffen

Obama und Putin sprechen sich aus

Ouistreham - Der russische Präsident Wladimir Putin und sein US-Kollege Barack Obama haben sich am Rande der D-Day-Feiern nach Kremlangaben zu einem informellen Gespräch getroffen.

Der russische Präsident Wladimir Putin und sein US-Kollege Barack Obama haben sich am Rande der D-Day-Feiern nach Kremlangaben für ein schnelles Ende der Gewalt in der Ostukraine ausgesprochen. Putin und Obama hätten am Rande der Feiern zum 70. Jahrestag der Landung der Alliierten in der Normandie ein kurzes Gespräch geführt, teilte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Freitag mit. Das Weiße Haus in Washington sprach von einem „informellen Gespräch“.

Der Kreml teilte dazu mit: „Obwohl das kein eigens angesetztes Treffen war, hatten die Staatsoberhäupter die Möglichkeit, ihre Meinungen über die Lage in der Ukraine auszutauschen - und auch über die Krise in der Ostukraine“, sagte Peskow der Agentur Interfax zufolge. Putin und Obama hätten sich für ein rasches Ende aller militärischen Handlungen ausgesprochen.

Putin trifft Poroschenko

Außerdem fand ein Treffen zwischen Wladimir Putin und dem designierten ukrainischen Staatschef Petro Poroschenko statt. Vor einem Mittagessen der geladenen Staats- und Regierungschefs im Schloss von Bénouville hätten beide vereinbart, in den kommenden Tagen über "die Modalitäten eines Waffenstillstandes" zwischen Kiew und den prorussischen Separatisten im Osten der Ukraine zu beraten, verlautete am Freitag aus dem Umfeld des französischen Präsidenten François Hollande.

Putin und Poroschenko hätten sich bei dem 15-minütigen Gespräch die Hand gegeben und sich "vollkommen normal unterhalten". Den Angaben zufolge waren auch Hollande und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei dem - aus Berlin ebenfalls bestätigten - Treffen dabei, "das seit mehreren Tagen geplant und vorbereitet wurde". Das Gespräch stelle "einen fragilen Fortschritt" dar und habe sich auch um wirtschaftliche Aspekte sowie allgemein "mögliche Maßnahmen der Deeskalation" zwischen Russland und der Ukraine gedreht.

Dazu gehörte demnach die Frage, ob und in welcher Form Moskau die Vereidigung Poroschenkos als neuer Staatschef am Samstag anerkennt. Putin wird einen Botschafter nach Kiew schicken. In der Abschlusserklärung des G-7-Gipfels vom Mittwoch hatte es geheißen, wenn Russland zur Amtseinführung Poroschenkos einen Botschafter entsende, "zeigt das natürlich, dass eine bestimmte Form der Anerkennung stattfindet". Poroschenko war vor knapp zwei Wochen im ersten Anlauf mit absoluter Mehrheit zum neuen ukrainischen Präsidenten gewählt worden.

dpa

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