Polizei fahndet mit Hochdruck

Brandanschlag auf Bautzener Flüchtlingsunterkunft

Bautzen - In Bautzen fahndet die Polizei nach Tätern, die einen Brandanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft verübten. Die ostsächsische Stadt kommt nicht zur Ruhe.

In Bautzen ist eine Flüchtlingsunterkunft erneut zur Zielscheibe eines Anschlags geworden. Unbekannte warfen in der Nacht zum Dienstag vier Brandsätze auf das Gelände. Zwei Molotowcocktails seien auf einer Fläche wenige Meter vor dem ehemaligen Hotel abgebrannt, ohne Schaden anzurichten, teilte die Polizei in Görlitz mit. Die beiden anderen hätten gar nicht gezündet. Einen fünften Brandsatz hätten die vermutlich drei Täter am Zaun der Unterkunft zurückgelassen. Verletzt wurde niemand.

Der Anschlag wurde erst am Morgen bemerkt, als der Brandfleck entdeckt wurde, wie es hieß. Das für Extremismus zuständige Operative Abwehrzentrum habe die Ermittlungen übernommen. Ein Fährtenhund der Polizei habe die Spur der Täter aufgenommen und bis zu einem nahegelegenen Parkplatz verfolgt. Die Polizei sucht nun nach Zeugen, die Hinweise auf mögliche Täter geben können oder im Umfeld des ehemaligen Spree-Hotels verdächtige Fahrzeuge gesehen haben.

Bereits im Februar 2017 war in Bautzen auf eine geplante Flüchtlingsunterkunft ein Brandanschlag verübt worden. Die Stadt geriet daraufhin bundesweit in die Schlagzeilen. Schaulustige hatten das Geschehen mit unverhohlener Freude und abfälligen Bemerkungen kommentiert. Zuletzt hatte die ostsächsische Stadt wegen wiederholter Zusammenstöße zwischen jungen Flüchtlingen und Rechtsextremen im Fokus gestanden. Das Bündnis „Bautzen bleibt bunt“ und andere Initiativen bilden mit vielen Aktivitäten einen Kontrapunkt zu fremdenfeindlichen Umtrieben in der Stadt.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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