Verlängerte Mittelstufe

Bayerische Schulleiter gegen G9-Pläne

Passau - Gymnasialdirektoren kritisieren die Pläne für die verlängerte Mittelstufe in Bayern. Enttäuscht zeigten sie sich vor allem darüber, dass der Nachmittagsunterricht Pflicht bleibt.

Zwischen dem Deutschen Philologenverband und Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) gibt es heftigen Streit über die Pläne der Staatsregierung für das bayerische Gymnasium. Spaenle warf Verbandschef Heinz-Peter Meidinger am Donnerstag in Wildbad Kreuth vor, absichtlich die Unwahrheit zu verbreiten: „Das ist bewusste Desinformation“, sagte der verärgerte Spaenle.

Meidinger hatte zuvor in der „Passauer Neuen Presse“ unter anderem kritisiert, der Nachmittagsunterricht solle auch für die Schüler Pflicht bleiben, die die neunjährige Gymnasialzeit wählen. Spaenle widersprach dem: „Da gibt es keine zwingende Vorgabe“, sagte der CSU-Politiker. „Es wird eine deutliche Reduzierung des Nachmittagsunterrichts geben.“

Die Mittelstufe Plus soll ab Herbst zwei Jahre lang an etwa 35 Gymnasien getestet werden. Die Schüler können den Stoff der achten bis zehnten Klasse dann in vier statt in drei Jahren lernen. Der Vorsitzende der niederbayerischen Direktorenvereinigung, Peter Brendel, kritisierte: „Für diese zwei Stunden weniger in der Woche soll ich ein Jahr länger in die Schule gehen.“

Der bildungspolitische Sprecher der CSU-Landtagsfraktion, Gerhard Waschler, wies die Kritik zurück. Sie entbehre jeglicher sachlichen Grundlage.

dpa

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