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„Wirtschaftssanktionen können nur das letzte Mittel sein. Bis dahin ist es ein weiter Weg", sagt Ilse Aigner.

Moskau droht mit Vergeltung

Bayern bangt um Russland-Exporte

München – Die bayerische Wirtschaft reagiert alarmiert auf die Androhung empfindlicher Sanktionen der Europäischen Union gegen Russland.

„Wirtschaftssanktionen würden das Herz der bayerischen Industrie treffen: Autoindustrie, Maschinenbau und chemische Industrie“, sagte Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, dem Münchner Merkur. Bayerische Unternehmen exportierten 2013 laut seinen Daten Waren im Wert von 4,4 Milliarden Euro nach Russland. Über ein Viertel der 6300 deutschen Unternehmen, die in Russland vertreten sind, stammen aus Bayern.

Die EU hatte bei einem Sondergipfel am Donnerstag entschieden, Gespräche über Visa-Erleichterungen auf Eis zu legen. Russland kündigte am Freitag an, Vergeltung zu üben, sollten weitere Maßnahmen folgen. „Russland wird die Sprache von Sanktionen und Drohungen nicht akzeptieren“, erklärte das Außenministerium. Sollte Russland keine Signale der Entspannung senden, droht die EU mit Kontensperrungen und Einreiseverboten. Lenkt Putin auch dann nicht ein, wäre die EU auch zu Wirtschaftssanktionen bereit.

Hans-Werner Sinn, Präsident des Wirtschaftsforschungsinstituts ifo, warnte vor den Folgen für die Energiewende, sollte Kreml-Chef Wladimir Putin aus Ärger über Strafmaßnahmen die Gas-Lieferungen drosseln. Deutschland bezieht knapp 39 Prozent seines Erdgases aus Russland. „Wir können uns eine solche Sanktionspolitik gar nicht leisten.“ Damit schneide man sich ins eigene Fleisch, sagte Sinn der „Passauer Neuen Presse“. Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner sagte dem Münchner Merkur: „Wirtschaftssanktionen können nur das letzte Mittel sein. Bis dahin ist es ein weiter Weg.“

Die Krim-Krise verunsichere bereits jetzt die bayerische Wirtschaft, sagte Brossardt. So war etwa die Aktie des fränkischen Sportartikelherstellers Adidas zu Wochenbeginn eingebrochen. Für das Unternehmen ist Russland weltweit der drittwichtigste Markt.  

ary

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