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Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) bekräftigte den massiven Widerstand gegen neue Leitungen. Kritiker werfen ihm vor, dadurch den Strompreis in Bayern in die Höhe zu treiben.

Seehofer in der Kritik

Bayern drohen höchste Strompreise

München - Kurz vor neuen Beratungen der Koalition über die Energiewende spitzt sich der Streit um die Stromtrassen zu.

Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) bekräftigte den massiven Widerstand gegen neue Leitungen. Kritiker werfen ihm vor, dadurch den Strompreis in Bayern in die Höhe zu treiben.

Große Trassen seien in weiten Teilen nur unterirdisch machbar, erklärte Seehofer. Das aber ist extrem teuer. „Alles, was an Leitungen gebaut wird, wird auf die Verbraucher umgeschlagen. Die Bevölkerung spürt, dass das nicht aufgehen kann“, sagte er dem Münchner Merkur. Seehofer will bei den Verhandlungen am Dienstag und Donnerstag in Berlin dezentrale Gaskraftwerke für Bayern durchsetzen, unter anderem als Reservekapazität einen Weiterbetrieb des modernen Kraftwerks Irsching.

Die Freien Wähler unterstützen das. Fraktionschef Hubert Aiwanger rät sogar, bei Bedarf müsse „der Freistaat Bayern über ein neues Bayernwerk selbst in die Kraftwerke einsteigen“. Aus der SPD kommt Kritik. „Gastkraftwerke werden unter Umständen noch teurer – wer sagt uns, wie in drei Jahren der Gaspreis ist“, warnte die bayerische Generalsekretärin Natascha Kohnen: „Seehofer spielt mit dem Feuer.“

Für Wirbel sorgt eine Studie im Auftrag der EU-Kommission von Oktober 2013, die eine Nord-Süd-Aufteilung des deutschen Elektrizitätsmarkts untersucht. Das wäre denkbar, wenn keine der geplanten Trassen, die Windstrom vom Norden in den Süden leiten sollen, gebaut wird. Demnach drohen Verbrauchern in Bayern bis zu zehn Prozent höhere Strompreise als im Norden. Zudem verursachen laut „Spiegel“ Versorgungsengpässe in Bayern heute schon Kosten in dreistelliger Millionenhöhe, die bislang Stromkunden bundesweit mittrügen. Das werde sich durch den Atomausstieg bis 2022 verschärfen.

cd/mik

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