1. Startseite
  2. Politik

Bayerns Finanzminister Füracker pocht auf eine neue Homeoffice-Regelung für Grenzgänger

Erstellt:

Von: Leonie Hudelmaier

Kommentare

Bayern: Mehr Homeoffice statt unnötigem Pendeln. dpa
Bayern: Mehr Homeoffice statt unnötigem Pendeln. dpa © Angelika Warmuth

Die Arbeitswelt ändert sich, Homeoffice wird zur Regel. Im Grenzgebiet droht dadurch ein Problem mit der Steuer – Bayerns Finanzminister pocht deshalb auf neue Regeln.

München – Homeoffice statt in die Arbeit pendeln: Während der Corona-Pandemie war das üblich – auch für Pendler zwischen zwei Ländern. Ein Steuer-Abkommen ermöglichte Grenzgängern, beliebig oft von zu Hause aus zu arbeiten. Doch diese Regelung ist Ende Juli ausgelaufen und Pendler stehen vor einem bürokratischen Kraftakt. Bayerns Finanzminister Albert Füracker weiß von diesem Problem. Mit einem Brief an Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) will der CSU-Politiker den Grenzgängern unter die Arme greifen.

Wegen der recht komplizierten Steuerregelung, die das Pendeln zwischen zwei Ländern nach sich zieht, haben Deutschland und Österreich ein extra Doppelbesteuerungsabkommen geschlossen. Demnach muss ein Grenzgänger seinen Lohn im Wohnort-Staat besteuern – sofern er die Grenze passiert und nicht mehr als 45 Tage zu Hause bleibt. Wird diese Anzahl überschritten, wären in beiden Ländern Steuern fällig. Während Corona gab es eine Ausnahme: Seit April 2020 mussten Pendler ihr Einkommen nicht doppelt versteuern, auch wenn sie ausschließlich von ihrem Wohnort aus arbeiteten. Doch diese Regelung gibt es jetzt nicht mehr.

Eine alte steuerliche Regelung in einer modernen Arbeitswelt

„Homeoffice ist mittlerweile ein zentraler Bestandteil der modernen Arbeitswelt“, sagte Füracker unserer Zeitung. Deswegen müsse auch die steuerliche Regelungen im internationalen Bereich angepasst werden. Füracker fordert eine dauerhafte Lösung für Grenzgänger im Homeoffice.

Gerade in Bayern ist das mit der Grenze zu Österreich ein großes Thema. Laut dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung waren allein 2019 in Bayern mit 46 600 Menschen die meisten Grenzpendler Deutschlands beschäftigt.

Seitdem die Regelung ausgelaufen ist, müssen Pendler wieder auf die Anzahl ihrer Homeoffice-Tage achten. „Viele, die zur Arbeit über die Grenze nach Österreich fahren, machen seit Juli kein Homeoffice mehr, weil sie sonst den Grenzgängerstatus verlieren und den bürokratischen Aufwand haben, in zwei Ländern Steuern zahlen zu müssen“, erklärt Füracker. Das ist für den bayerischen Finanzminister aber „nicht hinnehmbar“.

Füracker: Energie sparen durch Homeoffice und nicht mehr sinnlos über die Grenze hin und her fahren

Auch mit Blick auf diesen Winter müsse eine Regelung gefunden werden – wenn nicht wegen Corona, dann aus Energiespargründen. „Wir müssen alle künftig Energie einsparen – mehr Homeoffice ist dabei eine wirksame Maßnahme“, sagt Füracker mit Blick auf einen möglichen Gas-Mangel. „Es darf nicht sein, dass Menschen nur aus steuerlichen Gründen kein Homeoffice machen und quasi sinnlos über die österreichische Grenze hin und her fahren.“

Füracker hofft nun auf bilaterale Lösungen, „um die Transformation der modernen Arbeitswelt angemessen zu begleiten“, wie es in seinem Brief an Lindner heißt.

Auch interessant

Kommentare