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Wird sie die Nachfolgerin? Der scheidende Florian Pronold mit seiner Noch-Generalsekretärin Natascha Kohnen.

Suche nach Landeschef

SPD: Das Schaulaufen der Kandidaten beginnt

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Die Suche der SPD nach einem neuen Landeschef geht in die heiße Phase: Am Samstag beginnt die Vorstellungsrunde der sechs Kandidaten in allen Bezirken. Mit Prognosen halten sich alle zurück.

München – Ach! Hätte Florian Pronold gewusst, dass er beim diesjährigen Singspiel auf dem Nockherberg eine Hauptrolle bekommt – vielleicht hätte er sich das mit dem Rücktritt als SPD-Landeschef noch einmal anders überlegt. Pronold, der sich beim Starkbieranstich köstlich amüsierte, will sein Amt im Mai zur Verfügung stellen – und wirkt seit seiner Ankündigung gelöst, ja geradezu erleichtert. Und er lässt es sich nicht nehmen, auch seine Nachfolge zu moderieren – selbst wenn seine Festlegung auf Wunschnachfolgerin Natascha Kohnen intern für einigen Ärger sorgte.

Ab Samstag wird es nun ernst: In Nürnberg stellen sich die sechs Kandidaten erstmals bei einer Bezirkskonferenz der Basis, schon am Sonntag (Schwaben) und Montag (Oberfranken) geht das Schaulaufen weiter, der Oberbayern-Termin findet am kommenden Freitag im Münchner Gewerkschaftshaus statt. Neben der favorisierten Kohnen bewerben sich fünf Männer um den Posten. Als aussichtsreicher Konkurrent für die Generalsekretärin gilt der Münchner Landtagsabgeordnete Florian von Brunn, der sich vor allem im Bayern-Ei-Skandal einen Namen gemacht hat. Von Brunn war früher Mitarbeiter des Kochler Bundestagsabgeordneten Klaus Barthel, der ebenfalls kandidiert. Da Barthel aus dem Parlament ausscheidet, hatten seine späten Ambitionen viele überrascht. Die weiteren Bewerber gelten als krasse Außenseiter: der Pfaffenhofener Kreisvorsitzende Markus Käser, Uli Aschenbrenner aus dem niederbayerischen Ascha sowie der ehemalige Parteisprecher Gregor Tschung, der mit einigen in der Parteispitze noch eine Rechnung offen hat. Die wenigsten Mitglieder dürften alle sechs Kandidaten kennen – schließlich kennen sich nicht einmal alle Kandidaten untereinander.

Hilft Kohnen der Draht zu Martin Schulz?

Mit Prognosen halten sich alle zurück. Schwierig einzuschätzen, heißt es. Offen ist, wie groß für Kohnen der Etablierten-Malus bei der notorisch unzufriedenen Basis ist. Die Tonlage gegenüber Kohnen beim ersten Regionaltreffen könnte wichtige Indizien liefern. Am Aschermittwoch stand sie klar im Mittelpunkt, vor allem unter Frauen zeichnete sich eine große Solidarität mit der Naturwissenschaftlerin ab, die als Quereinsteigerin in der Partei rasant Karriere machte. Offen ist, ob ihr enger Draht zu Martin Schulz im parteiinternen Vorwahlkampf hilft. Neben Pronold hatte auch Fraktionschef Markus Rinderspacher anfangs ein Loblied auf die 49-Jährige gesungen. Später stellte er der Fraktion aber klar, dass auch von Brunn ein guter Kandidat sei.

Inzwischen preist Rinderspacher vor allem das Verfahren an sich: „Das ist eine große Chance für die Bayern-SPD“, sagt er. Man könne den Konkurrenzkampf als „Wettbewerb um die besten Ideen“ verstehen, aus dem gute Impulse zu Zukunftsfragen wie Digitalisierung, den demografischen Wandel oder die Beziehung zwischen Stadt und Land kämen.

Bei den Regionalkonferenzen hat jeder Kandidat zunächst zehn Minuten Zeit, um sich vorzustellen. Danach werden eineinhalb Stunden Fragen beantwortet. Ab 3. April haben dann die 59 000 SPD-Mitglieder das Wort – wobei sich mindestens 12 000 beteiligen müssen, damit die Urwahl gültig ist. Die Wahl des neuen Vorsitzenden erfolgt beim Parteitag am 20./21. Mai in Schweinfurt.

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