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Ministerpräsident Söder verteidigt den Raumfahrtplan „Bavaria One“

Scharfe Kritik von der Opposition

Bayern startet Raumfahrtplan „Bavaria One“

Söders Kabinett greift nach den Sternen. Am Dienstagnachmittag wurde den Raumfahrtplan „Bavaria One“ beschlossen. Doch die Opposition zeigt sich skeptisch.

München - Mit einem mehr als 700 Millionen Euro schweren Förderprogramm will die Staatsregierung Bayern zum Luft- und Raumfahrtstandort Nummer eins in Deutschland machen. Das Kabinett beschloss am Dienstag in München die auf zehn Jahre angelegte Strategie mit dem Titel „Bavaria One“. „Es ist eine Konzeption, die darauf aus ist, dass wir durch Beobachtung aus dem Weltall Lösungen für bayerische und auch ganz praktische Probleme entwickeln können“, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU). „Bavaria One“ sei kein Hirngespinst, sondern ein strategisches Technologiekonzept, das wirtschaftliche Anbindung und wissenschaftlichen Nutzen bringt. Dennoch erntet Söder Hohn und Spott, wie Sie auf merkur.de* lesen können.

Kritik von der Opposition

SPD und Freie Wähler (FW) kritisierten das Projekt: Es müsse den Namen „Bavarian Größenwahn“ statt „Bavaria One“ tragen, sagte FW-Fraktionschef Hubert Aiwanger. „Bayern soll erst mal die nahe liegenden technischen Probleme unseres Wirtschaftsstandortes - wie Mobilfunklöcher und fehlendes flächendeckendes Internet - lösen, bevor wir die Staatskasse ruinieren und in den Weltraum abheben“, betonte er. SPD-Landeschefin Natascha Kohnen nannte „Bavaria One“ nur eine großspurige Ankündigung: „Von den versprochenen 700 Millionen ist kein einziger Euro im Nachtragshaushalt.“

Söder verspricht Vorteile für aktuelle Probleme

Söder wies die Kritik umgehend zurück. „Wer spöttelt verkennt, was eine Zukunftsaufgabe ist“, sagte er. Bayern werde auf Dauer nur erfolgreich sein, wenn es den Blick in die Zukunft wagt. Er versprach zudem praktische Vorteile für viele aktuelle Herausforderungen in Bayern. Als Beispiele nannte er die Landwirtschaft, die Medizin, die Ökologie und eine Vielzahl von Arbeitsplätzen, es gehe nicht darum „Star Trek“ zu machen. „Wir werden einen praktischen Nutzen haben, der noch gar nicht absehbar ist“, sagte Söder. „Im Grunde gehen wir ins Weltall, um einen besseren Blick auf die Welt zu bekommen, einen besseren Blick für die kleinen Probleme, die wir hier haben.“

Konkret besteht die Strategie aus zehn Aktionsfeldern, die eine Vielzahl von Einzelmaßnahmen umfassen: Dazu zählt die Gründung der größten Fakultät für Luftfahrt, Raumfahrt und Geodäsie mit Hauptsitz auf dem Ludwig-Bölkow-Campus in Ottobrunn mit 50 Professuren und knapp 2000 Studienplätzen. Entwickelt wurde das Konzept von Experten unter der Leitung des Raumfahrtexperten Ulrich Walter von der Technischen Universität in München.

Söder: „Rieseninteresse bei Investoren und Unternehmen“

Weitere Punkte sind der Bau einer Hyperloop-Teststrecke, in der sich Transportkapseln fast mit Schallgeschwindigkeit bewegen, der Bau eines bayerischen Erdbeobachtungssatelliten und der Ausbau des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt in Oberpfaffenhofen zum „führenden Standort für Erdbeobachtung“. Nach den Worten von Walter hat alleine die Ankündigung des Programms vor Monaten in Söders erster Regierungserklärung eine immense Sogwirkung bewirkt. „Es gibt ein Rieseninteresse bei Investoren und Unternehmen“, sagte er. Das Geld sei daher sehr gut investiert.

Lesen Sie auch: Landtagswahl in Bayern: Unterlagen mit falschen Angaben verschickt - Wähler verunsichert. Außerdem: Panne nach Start von Rakete zur ISS - zwei sind Astronauten an Bord.

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dpa

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