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Melanie Huml.

Bayern will Geld aus Gesundheitsfonds neu verteilen

Berlin/München - Bayern fühlt sich auch bei der Verteilung der Finanzen im Gesundheitssystem im Nachteil. Wie beim Länderfinanzausgleich versucht das Land nun, die Aufteilung mit Hilfe Baden-Württembergs und Hessens zu ändern.

Die bayerische Landesregierung will die Verteilung der Gelder aus dem Gesundheitsfonds neu regeln. Um Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) zu entsprechenden Korrekturen zu bewegen, suchte Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) Unterstützung bei Baden-Württemberg und Hessen. Huml sieht die drei Geberländer des Länderfinanzausgleichs auch bei der Verteilung der Gesundheitsgelder benachteiligt. Nach ihrer Auffassung werden zur Zeit regionale Kostenunterschiede wie Arzt- und Klinikdichte nicht ausreichend berücksichtigt.

In Briefen an ihre Kollegen Katrin Altpeter (SPD) in Stuttgart und Stefan Grüttner (CDU) in Wiesbaden, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen, schreibt Huml: „Die Schaffung von mehr Transparenz und die Einführung eines Regionalfaktors im Morbi-RSA (morbiditätsorientierter Risikostrukturausgleich) sind seit langem erforderlich.“ Wegen der neuen Beitragsstruktur, bei der die gesetzlichen Krankenkassen einen Teil, nämlich den Zusatzbeitrag, selbst festlegen können, „ist das Thema jedoch drängender als je zuvor“.

Nach dem Morbi-RSA werden bei der Verteilung der Gelder aus dem Gesundheitsfonds Krankheitshäufigkeit und -schwere der Versicherten der einzelnen Kassen berücksichtigt. Zur Zeit werden etwa 260 Milliarden Euro im Jahr an die heute noch gut 120 gesetzlichen Krankenkassen ausgeschüttet. Man solle, so Humls Aufforderung an die Kollegen, gemeinsam eine Untersuchung in Auftrag geben, die diese in ihren Augen ungerechte Verteilung untermauert.

Das „Handelsblatt“ (Freitag) berichtete, dass Humls Initiative einen Vorlauf habe. Bereits ihr Vorgänger Markus Söder (CSU) habe versucht, die beiden Nachbarländer für ein gemeinsames Gutachten zu gewinnen. Diese hätten damals einen Rückzieher gemacht, nachdem der damalige Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) dem Bundesversicherungsamt untersagt hatte, Daten zur Verfügung zu stellen. Auch ein Versuch, über den Bundesrat die Erhebung von Regionaldaten zu erzwingen, sei 2012 gescheitert. Ein von Bayern dann allein in Auftrag gegebenes Gutachten habe ergeben, dass den bayerischen Versicherten zwei Milliarden Euro aus dem Gesundheitsfonds vorenthalten worden seien.

dpa

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