Kommentar zu neuen Gewerbeparks

Bayern zersiedelt: Söders Wortblasen

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München - Unser Heimatminister ist um schöne Worte selten verlegen. Und so findet er auch diesmal welche, um einen weitreichenden Eingriff in das bayerische Landschaftsbild zu rechtfertigen. Ein Kommentar von Dirk Walter.

Wäre das Thema nicht zu ernst, so könnte man die gestrige Verlautbarung dazu aus der Kabinett sogar zum Schreien komisch finden: Wortwörtlich heißt es dort: „Bayern ist nach den Worten Söders ein Land mit hoher Lebensqualität.“ Aber Achtung, Söder fährt fort: Der ländliche Raum gehöre „nicht unter eine Käseglocke“, er sei „Lebens- und Zukunftsraum“ und müsse sich entwickeln. Mit diesen Wortblasen rechtfertigt der Heimatminister dann die so genannte Lockerung des Anbindegebots. Die Quintessenz lautet: Künftig sind große Gewerbe- und Industriegebiete auf der grünen Wiese auch abseits von Orten an Autobahnen und Bundesstraßen erlaubt. Eine fatale Weichenstellung.

Es ist der dritte Sündenfall gegen die bayerische Landschaft, die schon jetzt mit Tankstellen und Discountern an den Ortseinfahrten einstmals schöner Dörfer nicht geizt. Stichwort: Coffee to go statt Kramerladen um die Ecke. Sündenfall eins war die Erlaubnis für Factory Outlet Center. Nummer zwei das Okay für den Bau großer Supermärkte auch in kleinen Dörfern. Nummer vier wird – da muss man keine seherischen Gaben haben – die Erlaubnis sein, dass sich in den nun genehmigten Gewerbeparks auch Supermärkte ansiedeln dürfen (was jetzt noch verboten ist). All das fördert die Zersiedelung der bayerischen Landschaft. Die Frage ist: Wo bleibt der Aufschrei der Heimatpfleger und des (seltsam schweigsamen) Denkmalschutz-Chefs? Nur ein wuchtiger Auftritt kann den Zersiedelungs-Plan noch stoppen.

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