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Der ehemalige Verwaltungsratsvorsitzende der Bayerischen Landesbank, Kurt Faltlhauser

Auch die Staatsanwaltschaft widerspricht

BayernLB: Vorwürfe verwundern Faltlhauser

München - Ex-BayernLB-Verwaltungsratsvorsitzender Faltlhauser wundert sich sehr über die Vorwürfe, CSU-Politiker seien von der Staatsanwaltschaft geschont worden und wirft dem Gericht Widersprüchlichkeit vor.

Der ehemalige Verwaltungsratsvorsitzende der Bayerischen Landesbank, Kurt Faltlhauser (CSU), hat mit Verwunderung auf den Vorwurf reagiert, er und andere Mitglieder des Gremiums seien von der Staatsanwaltschaft geschont worden. "Ich bin etwas erstaunt über die Widersprüchlichkeit, einerseits den Hauptanklagepunkt gegen die ehemaligen Vorstände zurückzuweisen und andererseits die Ausdehnung auf weitere Beschuldigte in Erwägung zu ziehen", sagte Faltlhauser dem "Münchner Merkur" vom Freitag. Faltlhauser war Verwaltungsratsvorsitzender, als die Landesbank 2007 die österreichische Bank Hypo Group Alpe Adria kaufte.

Staatsanwaltschaft nennt Bericht über Schonung Unterstellung

Unterdessen hat auch die Münchner Staatsanwaltschaft der Kritik des Landgerichts München I energisch widersprochen. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft München I nannte den Bericht der "Süddeutschen Zeitung" am Donnerstag eine "Unterstellung" und falsch. Gegen die Nicht-Zulassung eines Teils der Anklage gegen den ehemaligen BayernLB-Vorstand sei sofortige Beschwerde eingelegt worden.

Die Münchner Staatsanwaltschaft hat gegen den Ex-Vorstand der BayernLB im Zusammenhang mit dem Kauf der österreichischen Bank Hypo Alpe Adria ermittelt und Anklage erhoben. Allerdings ließ das Landgericht München I die Anklage gegen acht ehemalige Vorstände der Landesbank nur zum Teil zu. Vor allem den Hauptvorwurf, wonach der Ex-Vorstand um den damaligen Bank-Chef Werner Schmidt 550 Millionen Euro zu viel ausgegeben habe, ließ das Gericht fallen und sah die Ausgaben durch den unternehmerischen Ermessensspielraum gedeckt.

Philipp Vetter/AFP

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