+
Petr Bystron ist seit Oktober Landesvorsitzender der AfD in Bayern.

Petr Bystron im Interview

Bayerns AfD-Chef: Irgendwann sind wir Kanzlerpartei

  • schließen

München - Die AfD ist der Gewinner der Landtagswahlen 2016. Im Interview mit unserer Onlineredaktion betont Bayerns AfD-Chef Petr Bystron: Irgendwann sind wir Kanzlerpartei!

Petr Bystron ist seit Oktober 2015 Landesvorsitzender der bayerischen AfD. Der 43-jährige Münchner meint nach den Landtagswahlen vom 13. März 2016 in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt: Die AfD bleibt keine Eintagsfliege - und hat sogar das Potential, irgendwann den Kanzler zu stellen.  

Herr Bystron, die AfD ist der Gewinner der Landtagswahlen. In Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz laut den ersten Hochrechnungen gut über 10 Prozent, in Sachsen-Anhalt sogar über 20 Prozent. Wie erklären Sie sich den Erfolg?

Petr Bystron: Die Menschen sind unzufrieden mit dem Einheitsbrei der Altparteien. Sie suchen eine Alternative. Die haben nun viele Bürger in der AfD gefunden.

Ist der aktuelle Erfolg der AfD nur eine Eintagsfliege - bedingt durch die Flüchtlingskrise? Oder wird die AfD ein fester Bestand des deutschen Parteiensystems?

Bystron: Die AfD ist eine breit aufgestellte, personell sehr gut bestückte Volkspartei mit einem vollwertigen Programm, das alle relevanten Politikfelder umfasst. Es wird uns auch in 30 Jahren geben. Dann als Kanzlerpartei. Wir sind gekommen, um zu bleiben.

Jede der etablierten Parteien lehnt derzeit die Zusammenarbeit mit der AfD ab. Stellt Ihre Partei sich schon auf eine dauerhafte Oppositionsrolle in den deutschen Parlamenten ein?

Bystron: Selbstverständlich! Wir werden aus der Opposition heraus die Altparteien auch weiterhin vor uns hertreiben. Diese Politik zeigt bereits jetzt Wirkung. Die AfD ist ein wichtiges Korrektiv der Politik in Deutschland geworden.

Muss sich die AfD irgendwann zur Mitte hin bewegen, um regierungsfähig zu werden? So wie es ja auch bei den Grünen oder den Linken der Fall war, die auf "Realo" machten.

Bystron: Wir sind jetzt schon eine Partei von Menschen aus der Mitte der Gesellschaft für Menschen aus der Mitte der Gesellschaft. Da müssen wir uns keinen Millimeter bewegen. Wenn die CDU aus ihrer linken Ecke wieder zurück auf die Mitte zugeht, können wir uns treffen.

Geht der Erfolg der AfD mit einer Radikalisierung des politischen Klimas in Deutschland zur Zeit Hand in Hand? Hat die Partei eine Mitschuld an fremdenfeindlichen Ausschreitungen wie in Clausnitz und Bautzen?

Bystron: Die Radikalisierung der Gesellschaft betreiben die Linken, die Grünen, SPD und Gewerkschaftsfunktionäre. Die schüren den Hass auf alles Bürgerliche und die AfD im Besonderen.

Was rechnen Sie sich denn für die Landtagswahl 2018 in Bayern aus? Aktuell kommt die AfD laut Umfragen auf 9 Prozent. Was Ihnen bei einer absoluten Mehrheit der CSU aber nicht viel hilft…

Bystron: Bis 2018 ist es noch weit. Aber wenn der große Zuspruch aus der Bevölkerung für unsere bürgernahe Politik auch nur halb so stark bleibt wie jetzt, dann werden wir 2018 auch in Bayern locker die drittstärkste politische Kraft sein – so wie jetzt schon in weiten Teilen Deutschlands.

Herry Bystron, wir bedanken uns für das Gespräch.

Landtagswahlen 2016: Die Ergebnisse der AfD

Nach den Landtagswahlen vom 13. März 2016 ist die AfD in 8 der 16 deutschen  Landtage vertreten. Das sind die Ergebnisse der AfD in der Einzelbetrachtung:

  • Landtagswahl Baden-Württemberg: AfD bei 14,7 Prozent (Quelle: ZDF)
  • Landtagswahl Rheinland-Pfalz: AfD bei 11,7 Prozent (Quelle: ARD)
  • Landtagswahl Sachsen-Anhalt: AfD bei 24,2 Prozent (Quelle: ZDF)

Landtagswahl 2016: Entwicklungen im Live-Ticker vom Montag

Auch am Montag halten wir Sie in unseren Tickern zu den Landtagswahlen 2016 auf dem Laufenden: Hier erfahren Sie die bundespolitischen Entwicklungen und hier die aus Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt.

Landtagswahlen 2016: Alle Ergebnisse im Ticker vom Sonntag zum Nachlesen

Super-Wahlsonntag in Deutschland: Wir bieten Live Ticker zu den Landtagswahlen in Baden-Württemberg, in Rheinland-Pfalz und in Sachsen-Anhalt. Außerdem informieren wir Sie im Ticker über die bundespolitischen Entwicklungen.

Interview: Franz Rohleder

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Wofür steht SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz?
Ex-Alkoholiker, leidenschaftlicher Europaverfechter, begnadeter Redner, Merkel-Herausforderer, Fußballfan und Schulabbrecher - das alles ist Martin Schulz. Doch für was …
Wofür steht SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz?
Diese Parteien treten heute bei der Bundestagswahl 2017 an
Heute wird der Bundestag gewählt. Welche bekannten und weniger bekannten Parteien bei der Wahl antreten, erfahren Sie hier.
Diese Parteien treten heute bei der Bundestagswahl 2017 an
Kurioser Zwischenfall: Feuerwehr muss Wahllokal in Augsburg öffnen
In Augsburg ist es am Sonntagmorgen zu einem ungewöhnlichen Feuerwehreinsatz gekommen: Die nämlich musste anrücken, weil sich ein Wahllokal nicht öffnen ließ.
Kurioser Zwischenfall: Feuerwehr muss Wahllokal in Augsburg öffnen
Letzte Umfragen vor der Bundestagswahl: Union und SPD verlieren
Das sagen die letzten Umfragen vor der Bundestagswahl 2017, die heute stattfindet: Union und SPD verlieren, die AfD legt weiter zu.
Letzte Umfragen vor der Bundestagswahl: Union und SPD verlieren

Kommentare