Zurück in die Herzen der Wähler

Grüne suchen ihren Sex-Appeal

München - Sie wollen wieder geliebt werden: Nach der Wahl-Schlappe bei Land- und Bundestagswahl suchen Bayerns Grüne nach ihrem Sex-Appeal.

Bayerns Grüne suchen nach dem enttäuschenden Abschneiden bei Land- und Bundestagswahl nach dem rechten Weg in die Herzen des Wahlvolks. „Wir müssen wieder sexy werden die nächsten Jahre“, verlangte der Landesvorsitzende Dieter Janecek am Donnerstag in München. „Und wenn wir sexy werden, dann werden wir vom Wähler wieder mehr geliebt.“ Janecek und seine scheidende Amtskollegin Theresa Schopper nannten vor dem Landesparteitag an diesem Wochenende die Bestandteile der grünen Selbstverschönerung: unter anderem die Rückbesinnung auf grüne Kernthemen, den Verzicht auf die einseitige politische Anbindung an die SPD und die Stärkung der kommunalen Basis.

Bei den Grünen hat sich inzwischen als Lehrmeinung durchgesetzt, dass die Partei im Bundestagswahlkampf auf die falschen Themen gesetzt habe - wie die Steuerpolitik. „Wir haben (die Wähler) überfordert“, räumte Janecek ein. Mit der Überforderung soll nun Schluss sein. Stattdessen wollen die Grünen Kernthemen wie Energiewende, gesunde Ernährung und Klimaschutz beackern. Die Festlegung auf Rot-Grün gehört der Vergangenheit an. „Eine Frage ist gelöst, dass wir uns als Grüne auf ein Lager verengen“, sagte Janecek dazu - er wirbt seit langem für eine Öffnung Richtung Union.

Am liebsten sei ihm aber nach wie vor eine Mehrheit jenseits der CSU, betonte der Münchner Bundestagsabgeordnete. „Der Grand Canyon hat sich schon verkleinert“, meinte Schopper über die Distanz zu CDU und CSU. „Der Auftrag ist, dass wir uns in den nächsten Jahren nicht nur taktisch öffnen.“

Nächste große Herausforderung sind die Kommunalwahlen im März. Derzeit stellen die Grünen 1400 kommunale Mandatsträger und acht hauptamtliche erste Bürgermeister. Das Wahlziel: Mehr Mandate vor allem auf dem Land. „Wir haben immer noch Strukturdefizite in den ländlichen Regionen“, räumte Janecek ein.

Auf dem Parteitag in Augsburg wird Theresa Schopper nach zehn Jahren den Landesvorsitz abgeben. „So lange war das noch niemand“, sagte sie. Schopper hatte im September den Wiedereinzug in den Landtag verpasst, aber schon vorher beschlossen, ihren Vorsitzendenposten abzugeben. Nachfolgerin soll und will die Landshuter Kommunalpolitikerin Sigi Hagl werden. Gegenkandidatinnen gibt es bislang nicht.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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