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Unter Bayern: Angela Merkel am Wochenende in Trudering.

Beliebter als im Bund

Würden die Bayern Merkel wählen? Bayerntrend mit großer Überraschung

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Das überrascht: Nach der massiven Kritik der CSU an Angela Merkel ist die Kanzlerin laut einer Umfrage in Bayern noch beliebter als im Bund. Den guten Werten der CSU tut das keinen Abbruch: 48 Prozent würden derzeit CSU wählen. Erstaunlich stark liegt auch die FDP.

München – Die Beziehung der Bayern zu Angela Merkel hat in den vergangenen Wochen eine erstaunliche Wendung genommen: Vergangene Woche wurde sie in München von einem prominent besetzten Unterstützerkreis empfangen, am Wochenende in einem Bierzelt gefeiert. Die Kanzlerin revanchierte sich mit einer Rede, die München-Trudering auf die politische Landkarte setzte. Und jetzt kommt auch noch der neue „Bayerntrend“ mit einer faustdicken Überraschung daher: Die von der CSU lange heftigst kritisierte Kanzlerin ist in Bayern noch beliebter als im Rest der Republik.

Im letzten ARD-Deutschlandtrend unterstützte in der Direktwahlfrage knapp die Hälfte der Bundesbürger (49 Prozent) eine erneute Kanzlerschaft Merkels. Nun legt das BR-Magazin „Kontrovers“ eine Infratest-Erhebung für den Freistaat vor – und sechs von zehn Befragten (57%) sprechen sich darin für Merkel aus. Ihr Herausforderer Martin Schulz liegt mit 22 Prozent weit dahinter.

Merkels Flüchtlingspolitik in Bayern immer noch kritisch betrachtet

Das Ergebnis erstaunt, schließlich wird die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin im Freistaat noch immer kritisch beäugt. Zwei Drittel der Befragten meinen, die Kanzlerin habe in der Flüchtlingskrise viele Fehler gemacht. Immerhin die Hälfte glaubt, die CDU-Chefin habe ihre beste Zeit hinter sich. Doch gerade in Zeiten von Trump und Brexit glauben 71 Prozent, dass sie für das Wohlergehen des Landes unersetzlich ist. Vor allem eine hohe Wirtschaftkompetenz wird ihr zugestanden – übrigens auch bei Anhängern von Grünen und SPD.

Martin Schulz dagegen bekommt die Quittung für seinen zuletzt schwächelnden Wahlkampf. 70 Prozent der Befragten wissen nicht genau, für welche zentralen Inhalte der ehemalige Präsident des Europaparlamentes steht. Jeder Zweite gibt an, er habe sich nach dem fulminanten Start zu Jahresbeginn mehr von Schulz erhofft.

Nur 46 Prozent wollen Seehofer als Ministerpräsidenten behalten

So gut die Zahlen für die CDU, CSU und Merkel sind. Einen muss die Umfrage doch ein wenig nachdenklich stimmen: Ministerpräsident Horst Seehofer. Denn laut „Bayerntrend“ begrüßen nur 46 Prozent der Befragten Seehofers Entscheidung, erneut für seine Ämter als CSU-Chef und Ministerpräsident zu kandidieren. Ewas mehr (48%) stehen ihr ablehnend gegenüber. Selbst unter CSU-Anhängern sind vier von zehn (37%) kritisch.

Bei der Sonntagsfrage steht die CSU dagegen fast wieder so stark da wie bei der Bundestagswahl 2013 (49,3 Prozent). Laut einer Infratest-Umfrage für das BR-Magazin „Kontrovers“ kämen die Christsozialen bei einer Wahl am kommenden Sonntag auf 48 Prozent. Erstaunlich stark schneidet mit zehn Prozent auch die FDP ab, die die Grünen im Freistaat überholt haben (acht Prozent). Die SPD kommt auf 18 Prozent, die AfD auf sieben.

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