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Für 56 Milliarden Euro wird Bayer alle Anteile des Agrargiganten Monsanto übernehmen.

Drohen Preisdiktate für Kleinbauern?

Bayers Monsanto-Übernahme: Grüne fordern Klage der Bundesregierung

Die Übernahme des US-Saatgutherstellers Monsanto durch den Chemieriesen Bayer stößt bei den Grünen und der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) auf Kritik.

Den für Donnerstag angepeilten Abschluss der Übernahme des US-Saatgutherstellers Monsanto durch den Chemieriesen Bayer stößt bei den Grünen und der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) auf Kritik. "Jetzt sind wir auch als Bauern und Verbraucher gefragt, um konzernunabhängiges Saatgut zu erhalten und zu stärken", erklärte AbL-Bundesgeschäftsführer Georg Janßen am Donnerstag.

Kleine und mittlere Betriebe fürchten Preisdiktate und Abhängigkeit

Bayer katapultiere sich "auf die Nummer eins der Agrargiganten mit einem Marktanteil von rund 27 Prozent bei Saatgut und Pflanzenschutzmitteln sowie 25 Prozent bei den bisher erteilten Patenten auf Pflanzen", erklärte Janßen. Außerdem konzentriere sich auf den neuen Bayer-Konzern der Großteil der digitalen Agrartechnik, kritisierte der Bundesgeschäftsführer der AbL, in der vor allem kleine und mittlere Betriebe zusammengeschlossen sind. Für Bauern drohten Preisdiktate, eine weitere Einengung bei der Sortenauswahl, mehr Abhängigkeiten und eine Verschärfung der Patentsituation.

Die AbL forderte, einen staatlichen Saatgutfonds einzurichten, der Züchtungsprojekte fördern solle. Es solle Saatgut entwickelt werden, das widerstandsfähig, gentechnikfrei und anpassungsfähig sei. Außerdem forderte die Vereinigung eine Verschärfung des Wettbewerbsrechts.

Anton Hofreiter: Bundesregierung soll Klage gegen Zusammenschluss prüfen

Der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Anton Hofreiter, und die Sprecherin der Partei für Wettbewerbspolitik, Katharina Dröge, forderten, die Bundesregierung müsse "eine Klage gegen die Zulassung des Zusammenschlusses prüfen". Angesichts des enormen finanziellen Drucks unter dem Bayer nach dieser Übernahme stehe, sei kaum davon auszugehen, dass der Bayer-Vorstand sein Versprechen, höchste ethische, ökologische und soziale Standards zu sichern, einhalten werde.

Wie ein Bayer-Sprecher sagte, werden am Donnerstagvormittag die Überweisungen von insgesamt umgerechnet rund 56 Milliarden Euro abgewickelt. Am Nachmittag wolle der Konzern die Übernahme von sämtlichen Anteilen an Monsanto verkünden.

AFP

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