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Beatrix von Storch ist Vize-Bundesvorsitzende der AfD.

Nach Protest gegen Parteitag

AfD-Frau von Storch beschimpft Karnevalisten als „Gutmenschenfanatiker“

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Köln - Namhafte Kölner Karnevalisten wehren sich dagegen, dass die AfD sich im Kölner Hotel Maritim zum Parteitag treffen will. Jetzt werden sie von AfD-Frau von Storch via Twitter beschimpft.

Dass auf derselben Bühne, auf der sie Weltoffenheit und Frohsinn zelebrieren, die AfD ihren Parteitag abhalten will, geht vielen namhaften Kölner Karnevalisten gegen die Strich. Deshalb haben sie einen Aufruf verfasst, mit dem sie dagegen mobil machen. Angeschlossen haben sich dem Protest unter anderem die Karneval-Bands Höhner, Brings, Kasalla, Bläck Fööss und Klüngelköpp. Darüber berichtet der Kölner Express.

Die Stars aus der Kölner Karnevals-Szene finden es untragbar, dass die “Alternative für Deutschland“ am 22. und 23. April im Hotel Maritim ihren Bundesparteitag abhält - dort, wo jetzt im Karneval fast jeden Abend die Jecken auf der Bühne stehen. Besonders missfällt den Künstlern, dass auch Björn Höcke beim Parteitag dabei sein soll - jener AfD-Mann, der jüngst bei einer Rede in Dresden gegen das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialisten wetterte.

Beatrix von Storch bezeichnet Karnevalisten als „erbärmlich“

Die stellvertretende Bundesvorsitzende der AfD, Beatrix von Storch, hat jetzt auf Twitter gegen den Protest der Karnevalisten zurückgeschlagen. „Diese Künstler fordern vom Maritim, uns unseren Parteitag dort abzusagen“, beschwerte sie sich und postete ein Bild mit den Namen der protestierenden Karnevalisten. Dann beschimpft sie diese als „erbärmliche antidemokratische Gutmenschenfanatiker“. Auch Medien, die über ihren Tweet berichten, bekommen ihr Fett weg. „3...2...1-und da ist er: der erbärmliche antidemokratische Gutmenschenfanatiker-Unterstützungsartikel der Huffpo“, tweetete von Storch kurze Zeit später und verlinkte einen entsprechenden Artikel der Huffington Post.

Deshalb sind die Karneval-Stars gegen den AfD-Parteitag

Aus dem Aufruf der Kölner Karnevalisten gegen den AfD-Parteitag im Hotel Maritim zitiert der Express folgendermaßen: „Alle Unterzeichner dieses Aufrufs, die (…) auf der Bühne des Maritim-Hotels als Musiker, Redner, Karnevalsvereine, Tanzgruppen oder auch Techniker ihr Bestes geben, um den Menschen im Saal das bunte Köln so zu präsentieren, wie wir es lieben, wollen und werden nicht hinnehmen, dass in Kürze der AfD und Björn Höcke auf eben diesen Brettern der Maritim-Bühne Gelegenheit gegeben werden soll, einer menschenverachtenden Gesinnung Gehör zu verschaffen.“

Todesdrohungen gegen Hotel-Mitarbeiter

Manche übertreiben des aber offenbar gewaltig mit ihrem Protest: Der Betriebsrat des Kölner Hotels Maritim beklagt laut Express, dass nach dem Aufruf der Karnevalisten mehrere Mitarbeiter über soziale Medien und anonyme Anrufe Todesdrohnungen erhielten, sollten sie beim AfD-Parteitag arbeiten. Einer Absage des AfD-Parteitags werde es nicht geben, hatte zuvor die Geschäftsführung des Hotels erklärt, denn die Partei sei ein Teil der politischen Landschaft Deutschlands.  

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