+
Julian Assange lebt auf engstem Raum in der ecuadorianischen Botschaft in London.

Nächster Termin erst im Dezember

"Schutz seiner Person": Assange verschiebt Befragung

London - Eigentlich sollte Julian Assange Mitte November von der schwedischen Staatsanwaltschaft befragt werden, doch Assange verschiebt den Termin wegen "Schutz seiner Person".

Die Befragung von Wikileaks-Gründer Julian Assange in der ecuadorianischen Botschaft in London zu Vergewaltigungsvorwürfen einer Schwedin ist auf seinen Wunsch hin um einen Monat verschoben worden. Das Verhör werde nicht am kommenden Montag, sondern erst am 14. November stattfinden, teilte die Staatsanwaltschaft in Ecuadors Hauptstadt Quito am Mittwoch (Ortszeit) mit. Assange begründete seinen Antrag demnach mit "seinen Rechten auf den Schutz und die Verteidigung seiner Person".

Gegen Assange wurde 2010 ein europäischer Haftbefehl erlassen, nachdem ihn eine Schwedin wegen Vergewaltigung angezeigt hatte. Der 45-jährige Australier weist die Anschuldigungen als politisch motiviert zurück. Seinen Angaben zufolge handelte es sich um einvernehmlichen Sex.

Assange flüchtete sich im Juni 2012 in die ecuadorianische Botschaft in London, nachdem er in Großbritannien alle Rechtsmittel gegen einen Antrag Schwedens auf seine Auslieferung ausgeschöpft hatte. Seitdem lebt er in dem Botschaftsgebäude auf beengtem Raum mit Bett, Computer und Balkonzugang.

Sollte der Wikileaks-Gründer das Botschaftsgelände verlassen, will ihn die britische Polizei festnehmen und an Schweden überstellen. Für diesen Fall befürchtet Assange, von den schwedischen Behörden an die USA ausgeliefert zu werden, wo ihm wegen Geheimnisverrats eine langjährige Haftstrafe und möglicherweise sogar die Todesstrafe droht.

Die Enthüllungsplattform Wikileaks veröffentlichte in den vergangenen Jahren hunderttausende geheime Dokumente, unter anderem über das Vorgehen der US-Streitkräfte bei den Kriegen im Irak und in Afghanistan. Assange zog damit den Zorn der US-Regierung und der Nato auf sich.

Nach zähen Verhandlungen einigten sich Ecuador und Schweden darauf, Assange in seinem Botschaftsexil in London zu den Vergewaltigungsvorwürfen zu vernehmen. Die Fragen der schwedischen Ermittler sollen von einem ecuadorianischen Staatsanwalt gestellt werden.

AFP

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Seehofer: „Die SPD hat einen Fehler gemacht“
Nach den Sondierungen könnten Gespräche über eine neue GroKo starten - wenn der Parteitag der SPD zustimmt. Die Sozialdemokraten hadern aber mit den …
Seehofer: „Die SPD hat einen Fehler gemacht“
Britisches Unterhaus verabschiedet wichtiges Brexit-Gesetz
Das Unterhaus des britischen Parlaments hat ein wichtiges Brexit-Gesetz verabschiedet. Damit hat EU-Recht nicht mehr Vorrang vor nationalem Recht.
Britisches Unterhaus verabschiedet wichtiges Brexit-Gesetz
Guttenberg blickt kritisch nach Deutschland - und erinnert Merkel an ihren Auftrag
Karl-Theodor zu Guttenberg sieht von außen zu, wie die großen Parteien Deutschlands versuchen, eine neue Koalition zu bilden. Der einstige Hoffnungsträger der Union …
Guttenberg blickt kritisch nach Deutschland - und erinnert Merkel an ihren Auftrag
Ausnahmezustand in der Türkei vor sechster Verlängerung
Die türkische Führung will den Ausnahmezustand zum sechsten Mal verlängern. Eine Zustimmung des Parlaments gilt als sicher. Menschenrechtler kritisieren die Maßnahme …
Ausnahmezustand in der Türkei vor sechster Verlängerung

Kommentare