Terrorverdacht bei Messerattacke in Finnland - Zwei Tote und sechs Verletzte

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Das Begräbnis des ermordeten Oppositionspolitikers hat sich zu einer politischen Demonstration entwickelt.

Autos in Brand gesetzt

Begräbnis in Tunesien wird zur Demonstration

Tunis - In Tunis geben Zehntausende dem Oppositionspolitiker Belaid die letzte Ehre - und demonstrieren gegen die islamistische Regierung. Die lässt den Trauerzug vom Militär sichern. Am Rande kommt es zu heftigen Zusammenstößen.

Das Begräbnis des ermordeten Oppositionspolitikers Chokri Belaid in Tunis ist von Zusammenstößen überschattet worden. Als mit Knüppeln und Messern bewaffnete junge Männer am Freitag Autos in Brand setzten und schwarzer Rauch aufstieg, setzten die Sicherheitskräfte Tränengas ein.

Das Gas zog auch über den nahegelegenen Friedhof, wo sich Zehntausende versammelt hatten, um gegen die islamistische Regierung zu demonstrieren. Über der Trauergemeinde kreisten Militärhubschrauber. Gleichzeitig legte ein Generalstreik die Stadt weitgehend lahm. Die meisten Flüge nach Tunesien wurden gestrichen. Demonstrationen und symbolische Beerdigungen Belaids gab es auch in mehreren anderen Städten.

Der 48-Jährige war am Mittwoch ermordet worden. Seine Anhänger unterstellen der regierenden islamistischen Ennahda-Partei, in das Attentat verwickelt zu sein. Beweise gibt es nicht. Schon am Donnerstag hatten vor dem Innenministerium Menschen gegen die Regierung protestiert. In der südlichen Bergbau-Stadt Gafsa gab es schwere Ausschreitungen. Am Freitag berichteten tunesische Medien von Übergriffen gegen Ennahda-Büros in mehreren Städten des Landes. Das Innenministerium mahnte die Menschen zur Ruhe.

Zu Belaids Begräbnis strömten Menschen aus dem ganzen Land zusammen. „Ich bin unpolitisch, aber ich bin aus 70 Kilometer Entfernung hierher gekommen, weil ich Belaid mochte“, sagte einer der Männer auf dem Friedhof, Nouri Abdel Jalil. Die Regierung entsandte die Armee, um bei der Trauerprozession für Sicherheit zu sorgen - trotzdem kam es am Rande zu den Ausschreitungen. Im Gegensatz zur verhassten tunesischen Polizei gilt das Militär noch als einigermaßen respektierte Institution.

Ein Augenzeuge in Tunis sprach von Hooligans, die den Auftrieb bei der Beerdigung hätten nutzen wollen, um Unruhe zu stiften. „Diese Jugendlichen sind nicht kontrollierbar und folgen keiner politischen Idee“, sagte Moncef Chebbi, der die Beerdigung besuchte. Die Ausschreitungen am Rande des Begräbnisses seien eine Schande.

2011 war Tunesien Ausgangspunkt des arabischen Frühlings. Der Übergang zur Demokratie gestaltet sich jedoch schwierig. Die Wirtschaft des Landes liegt am Boden. Politisch sind die islamischen und die weltlichen Parteien zerstritten.

AP

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