Rückläufige Genehmigungen

Behörden erlauben weniger Neubauten in Bayern

Die Zahl der Baugenehmigungen für neue Wohnungen ist im ersten Halbjahr 2017 leicht zurückgegangen.

München - Wie das Statistische Landesamt am Freitag in Fürth mitteilte, wurden in den ersten sechs Monaten 36 058 Wohnungen genehmigt - und damit 681 Wohnungen weniger als im ersten Halbjahr 2016. Die Veränderungen in den Regierungsbezirken sind dabei sehr gegenläufig: In Unterfranken wurden 27,6 Prozent weniger Baugenehmigungen ausgestellt, in Mittelfranken 14,8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Innen- und Bauminister Joachim Herrmann (CSU) sprach von einem „weiterhin hohen Niveau bei den Baugenehmigungen im Freistaat“, forderte aber weitere Impulse für mehr Wohnungsneubau. „Ganz wichtig ist dabei die Verbesserung der steuerlichen Rahmenbedingungen im Wohnungsbau. Eine künftige Bundesregierung muss dieses Thema unbedingt anpacken“, sagte Herrmann.

Die SPD warf der CSU-Regierung vor, durch eine Halbierung der Landesmittel zur sozialen Wohnungsbauförderung die Not von Familien vergrößert zu haben. „Die aktuellen Zahlen zeigen deutlich, dass nicht mehr, sondern noch weniger Familien eine passende Bleibe finden werden“, sagte der wohnungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Andreas Lotte.

Die SPD fordert daher den Neubau von 100 000 Wohnungen pro Jahr. Bauminister Herrmann hatte 2013 den jährlichen Bedarf an Neubauwohnungen in Bayern auf 70 000 beziffert. 2016 genehmigten die bayerischen Behörden den Bau von 74 500 neuen Wohnungen - ein Fünftel mehr als im Vorjahr.

dpa

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