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Markus Lanz befragte Juso-Chef Kevin Kühnert auch zur Zukunft von SPD-Parteichef Martin Schulz.

Anti-GroKo-Kampagne soll fortgesetzt werden

Schulz vor der Ablösung? Das sagt Juso-Rebell Kühnert bei Lanz

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Kaum einer kämpft wie er gegen die Neuauflage der Großen Koalition. Im ZDF-Talk bei Markus Lanz hat Juso-Chef Kevin Kühnert auch Stellung zur Zukunft von Martin Schulz genommen.

Mit einer knappen Mehrheit von 56 Prozent hat sich der SPD-Parteitag am Sonntag für die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen ausgesprochen. Zu Beginn seiner Sendung am Dienstagabend will Lanz mit Juso-Chef Kevin Kühnert Gewinner und Verlierer der Entscheidung vom Sonntag ermitteln. 

In solchen Kategorien möchte der vehemente GroKo-Gegner allerdings nicht denken. „An diesem Tag ist klar geworden, dass es nicht um den Zwergenaufstand der Jusos geht, sondern um die Zukunft der Sozialdemokraten“, erklärt der 28-Jährige.

Dass die SPD ihre noch am Wahlabend formulierte Ablehnung einer Großen Koalition nach dem Scheitern der Jamaika-Verhandlungen plötzlich abgelegt hat, stieß bei vielen Parteimitgliedern auf Unverständnis - nicht zuletzt bei Kühnert. „Mir hat keiner erklären können, was die grundlegend andere Situation ist“, erklärt der 28-Jährige seinen Widerstand gegen die Neuauflage eines Bündnisses mit der Union.

Über den aktuellen Stand der Koalitionsverhandlungen informieren wir Sie in unserem News-Ticker.

„Austauschen eines Kopfes ist nicht die Lösung“

Mehrmals möchte Lanz Kühnert dazu drängen, sich offen gegen den Parteivorsitzenden Martin Schulz zu stellen. Das misslingt. Das „Austauschen eines Kopfes“ sei nicht die Lösung, die die Partei nun voranbringe, so der Juso-Chef.

Den an der Basis geäußerten Rücktrittsforderungen tritt der 28-Jährige entschieden entgegen. „Ich lehne diese politische Kultur ab, wo zwei Meinungen aufeinandertreffen und der Unterlegene muss zurücktreten”, erklärt der Nachwuchspolitiker. Sein Verhältnis zu Schulz bezeichnet er als sachlich.

Kühnert lobt im Anschluss die offene Debattenkultur bei der SPD, die er in den Unionsparteien offenkundig vermisst. „Dort wird im Hinterzimmer gemeuchelt“, sagt der Juso-Chef. Es sei ein offenes Geheimnis, dass CSU-Mann Jens Spahn mit aller Macht für eine Ablösung von Kanzlerin Merkel eintrete.

Kühnert plädiert für inhaltliche Neuausrichtung

Obwohl die inhaltliche Diskussion sich vorwiegend auf Kühnert konzentriert, lässt Lanz auch seine weiteren Gäste Stellung zum Richtungsstreit in der SPD nehmen. Der langjährige „Tagesthemen“-Moderator Ulrich Wickert möchte wissen, wie die Erneuerung bei der SPD nun aussehen sollte, wenn sie nicht personeller Natur sein sollte.

Der Juso-Chef wirbt für eine inhaltliche und programmatische Erneuerung seiner Partei. Im Wahlkampf habe man oft die Rückmeldung erhalten, dass die Unterschiede zu den Unionsparteien nicht mehr klar erkennbar seien. Daran gelte es zu arbeiten, so Kühnert.

Seine Kampagne will der forsche SPD-Nachwuchs auch während der nun anstehenden Koalitionsverhandlungen weiter vorantreiben. Die umstrittene Aktion „Ein Zehner gegen die GroKo“ verteidigt Kühnert auch gegen die Kritik von Spiegel-Redakteur Markus Feldenkirchen. Unter diesem Motto werben die Jusos derzeit um neue Parteimitglieder. Für den anstehenden Mitgliederentscheid der SPD wünscht sich der 28-Jährige ein „Hoffest der Demokratie“. 

lks/Video: Glomex

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