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v.l.: Moderator Markus Lanz, Journalist Constantin Schreiber, Imam Husamuddin Meyer, Autor Michael Quetting und Arzt Prof. Michael Schulte-Markwort.

Seltene Einblicke

Imam bei Lanz: „Wenn man sich selbst hasst, ist alles egal“

Hamburg - ZDF-Moderator Markus Lanz begrüßte am Dienstagabend Imam Husamuddin Meyer in seiner Talkshow. Dieser sprach über seine Begegnungen mit jungen Islamisten und Salafisten. Und gab seltene Einblicke.

„Manchmal machen sich die Prediger gar keine Gedanken, was sie da anrichten, mit dem, was sie sagen“, kritisierte der Imam, der aus dem hessischen Groß-Bieberau stammt. „Eine Predigt muss die Menschen von der Dunkelheit ins Licht führen und nicht andersrum.“ Doch oft sei genau dies der Fall.

Husamuddin Meyer konvertierte im Alter von 25 Jahren auf einer Afrika-Reise zum Islam und hieß davor Horst Martin Meyer. In seiner Tätigkeit als Gefängnisseelsorger hat er häufig mit jungen Islamisten und Salafisten zu tun und kämpft gegen die Radikalisierung von Jugendlichen, vor allem in Deutschland. Gegenüber Moderator Markus Lanz erklärt Meyer, dass speziell diejenigen, die eine kriminelle Vergangenheit haben, dazu neigen, sich terroristischen Vereinigungen anzuschließen. Dies seien, so der Imam, über zwei Drittel der Leute, die etwa nach Syrien gegangen sind.

„Wenn man sich selbst hasst, dann ist alles egal“

Doch was treibt einen Menschen dazu, solch grausame Taten zu begehen und dabei viele Unschuldige (mit) in den Tod zu stürzen? Meyer führt die Beweggründe der Täter zum Teil auf deren Kindheit zurück. „Wenn man schon in der Kindheit kein Selbstwertgefühl entwickeln konnte, ist das eine der Hauptursachen für Kriminalität und dementsprechend dann auch für solche kriminelle Taten“, so der Ethnologe. „Wenn man sich selbst hasst, dann ist alles egal. Dann ist man zu allem fähig.“

Der Muslime berichtete auch von seinen Gesprächen mit jungen Islamisten und Salafisten im Gefängnis. „Es gibt viele Traumatisierte, die schlimmes erlebt haben und mit der Situation hier nicht klar kommen. Und wenn man die dann hart behandelt, dann kann es sein, dass dies noch mehr Wut und Aggression erzeugt“, erzählt Meyer. Viele von ihnen würden ihre Taten inzwischen bereuen. „Wenn man dann aber den ideologischen Unterbau kriegst und gesagt bekommt, wenn du das tust, wenn du einen Ungläubigen umbringst, dann tust du eine gute Tat, dann wird man sogar noch zum Helden und dauernd in den Nachrichten gebracht.“

sk

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