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Russlands Panzer-Problem: Briten sehen folgenreiche Schlamperei

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Von: Andreas Schmid

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Der britische Geheimdienst erkennt „zahlreiche russische Versäumnisse“ im Ukraine-Krieg. Zum Beispiel bei der richtigen Pflege von Panzern.

Moskau – Seit Beginn des Ukraine-Kriegs tauchen in den einschlägigen Fotoagenturen immer wieder Bilder von zerstörten Panzern auf. Mal beschossen, mal ausgebrannt, mal aufgrund technischer Probleme liegen geblieben. Die Gründe sind vielfältig. Und liegen im Falle Russlands offenbar auch in der unzureichenden Arbeit eigener Soldaten.

Kaputte russische Panzer in Butscha.
Kaputte russische Panzer in Butscha. © IMAGO/Daniel Ceng Shou-Yi

Ukraine-Krieg: Briten-Geheimdienst wirft Russland schlechte Panzerpflege vor

Britische Geheimdienste berichteten am Donnerstag (18. August) von russischen Problemen beim Schutz seiner Kampfpanzer. Die schwere Beschädigung vieler russischer Fahrzeuge in der Ukraine hänge mit hoher Wahrscheinlichkeit damit zusammen, dass die Panzer nicht gut genug mit sogenannter Reaktivpanzerung geschützt seien, hieß es am Donnerstag in einer Mitteilung des Verteidigungsministeriums in London.

Solche Schutzhüllen können den Angaben zufolge Panzer bei Beschuss vor Schäden bewahren. „Russland hat es aber versäumt, eine angemessene Explosiv-Reaktiv-Panzerung (ERA) anzubringen und ordnungsgemäß einzusetzen.“

Großbritannien im Ukraine-Krieg

Der britische Geheimdienst veröffentlicht seit Kriegsbeginn Informationen zum Kriegsverlauf. In der Regel via Twitter. Damit will die britische Regierung sowohl der russischen Darstellung entgegentreten als auch Transparenz im Gegensatz zu Moskau zeigen, Verbündete bei der Stange halten und möglichst Menschen in Russland erreichen, die sonst nur die Kreml-Deutung des Kriegs erreicht. Der gestürzte Briten-Premier Boris Johnson ist ein enger Verbündeter von Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj. Moskau wirft London eine gezielte Desinformationskampagne vor.

Ukraine-Krieg: Briten-Geheimdienst erkennt „zahlreiche russische Versäumnisse“

Diese „Unzulänglichkeiten“ sind laut britischen Geheimdiensten auf eigenes Unvermögen zurückzuführen. Viele russische Truppen seien schlicht nicht ausreichend im Umgang mit solchen Schutzhüllen geschult. Deshalb seien diese gar nicht an den Panzern angebracht – oder zumindest nicht so, dass sie explosive Geschosse abhalten könnten, heißt es im Bericht des britischen Verteidigungsministeriums.

Während des Ukraine-Krieges habe Russland „zahlreiche Versäumnisse bei der Durchsetzung der Gefechtsdisziplin auf niedriger Ebene“ begangen. „Die kumulative Wirkung dieser Versäumnisse ist wahrscheinlich ein wesentlicher Faktor für die schlechte Leistung der russischen Streitkräfte.“ (as)

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