+
Die Reaktorblöcke Doel 1 und Doel 2 bei Antwerpen sollen bis 2025 laufen. Foto: Julien Warnand

Belgien billigt verlängerte Laufzeit von Reaktoren

Deutsche Politiker fordern das Aus für das belgische Atomkraftwerk Tihange, die Bundesregierung sieht dafür aber keine Möglichkeit. Belgien zeigt sich ungerührt - und verlängert die Laufzeit von zwei weiteren Reaktoren.

Brüssel (dpa) - Ungeachtet der jüngsten Probleme in der Atomanlage Tihange hat die belgische Atomaufsicht die umstrittene Verlängerung der Laufzeiten von zwei weiteren Reaktoren gebilligt.

Dafür müssten die Sicherheitsanforderungen der Aufsicht eingehalten werden, berichtete die Nachrichtenagentur Belga. Die belgische Mitte-Rechts-Regierung hatte beschlossen, die Reaktorblöcke Doel 1 und Doel 2 bei Antwerpen bis 2025 laufen zu lassen. Ursprünglich sollten sie im laufenden Jahr stillgelegt werden. Umweltorganisationen haben die Verlängerung kritisiert. Der Betreiber Electrabel hatte unlängst bereits den Reaktor Doel 3 wieder in Betrieb. Er war seit März 2014 wegen Sicherheitsbedenken vom Netz war.

Vor mehr als vier Jahren hatte die damalige belgische Regierung beschlossen, von 2015 an mit dem Atomausstieg Ernst zu machen. Dieses Versprechen wird nicht eingelöst. Mehr als die Hälfte des Stromverbrauchs wird in Belgien mit Atomkraft gedeckt.

Nach dem Brand im Meiler Tihange soll auch Reaktorblock 1 der dortigen Anlage an diesem Samstag wieder ans Netz gehen. Der über 30 Jahre alte Reaktorblock Tihange 2 war am vergangenen Montag wieder angefahren worden. Er war seit März 2014 wegen Haarrissen am Reaktorbehälter abgeschaltet. Die belgische Atomaufsicht sah in den Rissen aber keine Gefahr für die Sicherheit der Reaktoren.

Tihange liegt etwa 70 Kilometer von Aachen entfernt. Dort werden die Atomanlagen heftig kritisiert. Die nordrhein-westfälische Landesregierung fordert die Stilllegung der Anlage Tihange.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Erdogan-Alleinherrschaft oder Land im Chaos? Fünf Szenarien für die Türkei nach der Wahl
Präsident Erdogan nennt die Wahlen in der Türkei „historisch“. Tatsächlich werden sie das Land über lange Zeit hinweg prägen - je nach Ausgang auf ganz unterschiedliche …
Erdogan-Alleinherrschaft oder Land im Chaos? Fünf Szenarien für die Türkei nach der Wahl
Türkei-Wahl 2018 im News-Ticker: Erdogan in Umfragen vorne
Die Türkei wählt am Sonntag ihr neues Parlament und den neuen Präsidenten. An Machthaber Recep Tayyip Erdogan wird dabei wohl kein Weg vorbei führen. Alle News bei uns …
Türkei-Wahl 2018 im News-Ticker: Erdogan in Umfragen vorne
Trumps Sprecherin wird aus Restaurant hinausgeworfen
Washington (dpa) - Die Sprecherin von US-Präsident Donald Trump, Sarah Sanders, ist wegen ihres Jobs aus einem Restaurant geflogen. Sie sei von der Eigentümerin des Red …
Trumps Sprecherin wird aus Restaurant hinausgeworfen
Mehr als 520 Einwandererkinder in den USA wieder bei Eltern
Washington (dpa) - Nach der Trennung von ihren Eltern im Zuge der sogenannten Null-Toleranz-Politik sind in den USA 522 Flüchtlingskinder wieder mit ihren Familien …
Mehr als 520 Einwandererkinder in den USA wieder bei Eltern

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.