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Die Gesetzesänderung wurde bereits am Mittwoch diskutiert.

Umstrittene Gesetzesänderung

Belgien steuert auf Sterbehilfe für Kinder zu

Brüssel - Seit Monaten wird darüber diskutiert, nun dürfte die Gesetzesänderung kommen. Belgien will die Sterbehilfe auf todkranke Kinder und Jugendliche ausweiten.

Belgien könnte die Sterbehilfe bald auf todkranke Kinder und Jugendliche ausweiten. Dann hätten auch Minderjährige unter bestimmten Umständen das Recht, aktive Sterbehilfe zu verlangen. Am Donnerstagnachmittag stimmt die belgische Abgeordnetenkammer über eine entsprechende Gesetzesänderung ab. Im Vorfeld hatte es viel Kritik vor allem von Seiten der Kirchen und Patientenverbände gegeben. Dennoch dürfte die erforderliche Mehrheit in der Kammer zusammenkommen.

Belgien wäre nach den Niederlanden das zweite EU-Land, das auch Kindern und Jugendlichen das Recht auf aktive Sterbehilfe - also das Töten auf Verlangen - gäbe. Allerdings beschränkt das Nachbarland Niederlande dieses Recht auf Jugendliche über 12 Jahren, während Belgien keine Altersgrenze plant.

Die neuen Regeln sehen allerdings enge Grenzen vor: So sollen Minderjährige dieses Recht nur erhalten, wenn sie schwerstkrank sind und Ärzte ihnen unerträgliches Leid bescheinigen. Ein Psychologe müsste bezeugen, dass der Patient urteilsfähig und in der Lage ist, die Entscheidung zum Sterben zu fassen. Zudem müssten die Eltern zustimmen.

Falls die Abgeordneten der Ausweitung der Sterbehilfe auf Minderjährige ohne Altersbegrenzung zustimmen, wäre der Gesetzesvorschlag durch. Dann müsste nur noch der belgische König Philippe das Gesetz unterzeichnen, womit gerechnet wird.

Belgien gilt bei der Sterbehilfe als einer der Pioniere: Bereits 2002 wurde die aktive Sterbehilfe für Erwachsene legalisiert. Voraussetzung ist, dass der Patient eine unheilbare Krankheit hat und unerträglich leidet. In der EU ist Sterbehilfe derzeit neben Belgien nur in den Niederlanden und Luxemburg erlaubt.

Im Bundestag in Berlin wird derzeit eine Reform der Regelungen zur Sterbehilfe vorbereitet. Organisierte Sterbehilfe soll verboten werden. Angestrebt wird in den Fraktionen eine große ethische Debatte. Sie soll in eine Abstimmung ohne Fraktionszwang münden.

dpa

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