Hitlergruß, rassistische Äußerungen und mehr 

275 rechtsextreme Verdachtsfälle bei der Bundeswehr

Berlin - Der Militärische Abschirmdienst (MAD) geht nach Angaben der Bundesregierung derzeit 275 Verdachtsfällen rechtsextremer Delikte in der Bundeswehr nach.

143 Fälle stammten aus dem Jahr 2016, im laufenden Jahr seien bereits 53 neue Fälle verzeichnet worden, schreiben die Zeitungen der Funke Mediengruppe unter Berufung auf eine Antwort des Verteidigungsministeriums auf eine Parlamentsanfrage.

Der Wehrbeauftragte Hans-Peter Bartels (SPD) hatte dem Bericht zufolge für das vergangene Jahr 63 Vorfälle in den Bereichen Extremismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit gemeldet. Aus dem Papier der Bundesregierung gehe hervor, dass es in 11 dieser Fälle zu Entlassungen gekommen sei. In anderen Fällen hätten die Soldaten Geldstrafen zahlen müssen.

Oft handele es sich um Propagandadelikte wie das Zeigen des Hitler-Grußes. Es gibt nach dem Bericht aber auch Fälle rassistischer Äußerungen im Internet. In einem Fall habe ein Soldat Flüchtlinge angegriffen, der er zuvor gefragt habe, ob sie Christen oder Muslime seien. Teilweise hätten die Verdächtigen noch Zugang zu Waffen.

Der Wehrbeauftragte Bartels sagte den Zeitungen, Rechtsextremismus sei ein Thema, „bei dem die Bundeswehr ganz genau hingucken muss“. Wenn etwas vorliege, reagierten die Vorgesetzten in der Regel schnell und konsequent. „Das ist wichtig, denn solche Vorfälle können nicht geduldet werden.“ 

Ulla Jelpke, die innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion, nannte den Umgang der Bundeswehr mit Rechtsextremen „hochproblematisch“. „Wer sich als Hitler-Fan entpuppt, muss aus der Bundeswehr rausfliegen“, sagte sie.

dpa

Rubriklistenbild: © picture all iance / dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Bundestagswahl: Dort wurde in Deutschland die AfD gewählt
Die AfD gilt als einer der Gewinnerparteien der vergangenen Bundestagswahl, doch wer hat die Alternativen gewählt und vor allem wo in Deutschland gab es Sympathien für …
Bundestagswahl: Dort wurde in Deutschland die AfD gewählt
Bundesregierung verstärkt Vorsorge gegen Schweinepest
Viele Landwirte haben die Sorge, dass die Schweinepest nach Deutschland kommen könnte. Die Politik baut Vorsorgemaßnahmen aus - und wappnet sich schon mal mit Regeln für …
Bundesregierung verstärkt Vorsorge gegen Schweinepest
Fall Amri: LKA-Ermittler hatte offenbar Zeit für Nebenjob
Berlin (dpa) - Trotz Klagen der Terror-Experten der Berliner Kriminalpolizei über massive Arbeitsüberlastung vor dem Anschlag auf dem Weihnachtsmarkt konnte der Leiter …
Fall Amri: LKA-Ermittler hatte offenbar Zeit für Nebenjob
Fassungslosigkeit und Tränen in Florida - Parlament lehnt schärferes Waffenrecht ab
Trotz des Massakers in Parkland hat Floridas Parlament gegen ein härteres Waffenrecht gestimmt. Auf der Zuschauertribüne kam es zu dramatischen Szenen.
Fassungslosigkeit und Tränen in Florida - Parlament lehnt schärferes Waffenrecht ab

Kommentare