"Welt"-Bericht

Kölner Attentäter nicht als aktiver Rechter bekannt

Köln - Ein Medienbericht widerspricht teilweise dem, was man bisher über den Mann zu wissen glaubte, der die Politikerin Henriette Reker am Samstag mit einem Messer attackierte und schwer verletzte. 

Wie die Zeitung "Die Welt" (Dienstagsausgabe) unter Berufung auf Sicherheitskreise berichtete, war Frank S. den Sicherheitsbehörden nicht als gewalttätiger Rechtsextremist bekannt. Demnach verfügen weder die Polizei noch die Verfassungsschutzämter über Informationen zu dem 44-Jährigen.

Das Bundeskriminalamt stuft dem Bericht zufolge derzeit 15 Menschen als rechtsextremistische "Gefährder" ein, denen jederzeit eine politisch-motivierte Straftat zugetraut wird. Weitere 109 Rechtsextremisten gelten demnach als "relevante Personen" der Szene. Frank S. tauche in diesen Listen allerdings nicht auf, schreibt die "Welt"

Der arbeitslose Maler und Lackierer soll dem Bericht zufolge Anfang der 90er Jahre in der Skinhead-Szene in Bonn-Beuel aktiv gewesen sein. Gemeinsam mit Mitgliedern der inzwischen verbotenen Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei (FAP), nordrhein-westfälischen Neonazis und Angehörigen der ebenfalls verbotenen Wiking-Jugend soll er im August 1994 an einem rechten Aufmarsch in Luxemburg teilgenommen haben, schreibt die "Welt". Als die Luxemburger Polizei den "Rudolf-Heß-Gedenkmarsch" beendet habe, sei Frank S. festgenommen worden.

"Er war kein Mitglied der FAP", sagte ein damaliger Bekannter von Frank S. der Zeitung. "Frank S. gehörte zu den Skinheads in Bonn-Beuel." Er sei aber "kein besonders politischer Mensch" und "kein Ideologe" gewesen.

Frank S. hatte die parteilose Reker am Samstagmorgen an einem Wahlkampfstand auf einem Kölner Wochenmarkt attackiert und mit Messerstichen schwer am Hals verletzt. Die 58-Jährige musste nach dem Angriff in der Kölner Uniklinik notoperiert werden. Einen Tag nach dem Messerattentat wurde die parteilose Politikerin zur neuen Kölner Oberbürgermeisterin gewählt.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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